Gründung

Firmennamen finden – Anleitung in 3 Schritten

Von Katharina Hoelzl | Zuletzt aktualisiert: 9.3.2021

Mit einer Firma ist es wie mit einem Baby: Der Unternehmensname muss passen – jetzt und auch noch in 30 Jahren. Wir haben die wichtigsten Tipps und Techniken zur Namensfindung für Gründer hier zusammengefasst.

Schritt 1: Sei kreativ mit Namensideen

Wer online nach Ideen für einen passenden Namen sucht, der findet auf Anhieb unzählige Tools, die englische und deutsche Vorschläge ausspucken. Doch Vorsicht: Der Klick auf den Button des Firmennamen-Generators trifft nur selten den Nagel auf den Kopf. Was Du letztendlich brauchst, ist ein Unternehmensname, der Deine Firma genau beschreibt. Und niemand weiß das besser als Du. Bevor Du also zu einem Online-Tool greifst, hol Dir lieber nochmal Deinen Businessplan her und beantworte die folgenden fünf Fragen:

  • Wer genau sind die Kunden Deines Start-ups?
  • Welches Problem wirst Du für Deine Kunden lösen?
  • Was ist Dein Alleinstellungsmerkmal?
  • Welche drei Emotionen möchtest Du mit Deinem Firmennamen auslösen?
  • Welche Sprache(n) sprechen Deine potenziellen Kunden?

Notiere die Antworten kurz und am besten auf einem Flipchart. Die Antworten sollten im Raum gut sichtbar sein: Sie begleiten Dich während der Namensfindung, damit Du mit Deinen Überlegungen in die richtige Richtung gehst.

1. Firmennamen brainstormen mit der ABC-Methode

Erstelle zuerst eine Liste mit bis zu 50 verschiedenen Wörtern, die Dir zu Deinem Unternehmen einfallen. Wenn Du strukturiert vorgehen möchtest, nutze zum Beispiel die ABC-Methode: Schreibe zu jedem Buchstaben im Alphabet ein bis zwei Begriffe auf, die mit Deinem Unternehmen zu tun haben. Notiere die Namensideen am besten auf Kärtchen und pinne sie an eine Wand. So kannst Du sie später leicht verschieben und miteinander kombinieren.

2. Namensfindung mit der Reizworttechnik

Im nächsten Schritt geht es darum, 10 Wörter zu finden, die gar nichts mit Deiner Firma zu tun haben. Jetzt kannst Du als Tool einen Namensgenerator wie Nameboy, Businessnamegenerator oder Namerobot verwenden. Oder Du nimmst zufällige Wörter aus Büchern, Zeitungen und Magazinen.

Ein Beispiel: Du notierst hier das Wort „Tiger“: Welche Eigenschaften fallen Dir zum Tiger ein? Ist er anmutig? Stark? Gefährlich? Notiere alle Wörter samt Reizwort auf jeweils einem Kärtchen und befestige sie an der Wand.

3. Sei Dein eigener Namensgenerator: Begriffe kombinieren

Statt einen Generator oder andere Tools zu benutzen, kannst Du leicht selbst kreativ werden: Kombiniere die Begriffe so, dass gänzlich neue Wortschöpfungen entstehen. Lass Buchstaben weg. Versuche es mit Wortspielen. Bring zusammen, was eigentlich nicht zusammengehört. Erfinde Fantasienamen. Versuche Abkürzungen. Oder reimt sich hier sogar eine Kombination? Bei der Geschäftsbezeichnung ist alles erlaubt!

4. 108 Ideen für Unternehmensnamen in 30 Minuten

Lass Freunde oder Geschäftspartner Dein Namensgenerator sein: Lade sechs Personen ein und führe sie zunächst durch die fünf Fragen und Antworten aus Deinem Businessplan. So haben sie Deine Kunden und den Kern Deiner Firma im Blick. Danach schreibt jede Person spontan drei Begriffe auf ein Blatt Papier. Nach fünf Minuten gibt die Person das Blatt an den Nachbarn. Die nächste Person entwickelt die Wörter des Vorgängers weiter. Bis die Stoppuhr nach fünf Minuten wieder klingelt. Nach sechs Durchgängen und 30 Minuten liegen 108 originelle Firmennamen auf dem Tisch.

5. Zum Schluss: Aussortieren!

Genauso wichtig wie das Sammeln ist das Eingrenzen der Ideen. Egal, für welche Technik Du Dich entscheidest, setze Dir bei der Namensfindung eine zeitliche Deadline von zum Beispiel einer Stunde. Dann geht es ans Aussortieren:

  • Je kürzer, desto besser: 7–20 20 Buchstaben sind ideal. Alles andere muss weg.
  • Je einfacher, desto einprägsamer: Lässt sich ein Firmenname nicht auf Anhieb ohne Fehler schreiben? Ist die Aussprache holprig? Weg damit!
  • Ist der Firmenname zu speziell? Schränkt der Name zukünftige Geschäftsfelder jetzt schon ein? Weg damit.
  • Kann ein Markenname falsch verstanden werden? Auch wenn Du mit Mode zu tun hast, willst Du bestimmt nicht „Fashism“ heißen. Gerade englische Firmennamen sollten von einem Muttersprachler getestet und ausgesprochen werden: Schnelle Checks kannst du bei wordsafety durchführen. Vermeide auch negative Assoziationen wie „Cut-haar-strophal“.
  • Funktioniert Dein Firmenname auch mit einem Logo? Dir fällt kein passendes Design ein? Dann bye-bye!

Schritt 2: Teste Deine potenziellen Firmennamen

Im zweiten Schritt der Namensfindung schaust Du nach draußen:

  • Sei einzigartig: Gibt es ähnlich klingende Firmierungen oder Fantasienamen, die bereits von anderen Unternehmen verwendet werden? Folgst Du unbewusst einem Trend á la „Zalando“ und „Lieferando“? Mit einer Google-Suche und einer Recherche auf den gängigen Social-Media-Kanälen findest Du schnell Antwort. Sortiere also alle Vorschläge aus, die Deiner Einzigartigkeit im Wege stehen.
  • Frag andere: Teste die verbleibenden Firmennamen mit einer Online-Umfrage, die Du an potenzielle Kunden schickst: Welche Vorschläge kommen an? Was klingt "richtig" und passend? Was kannst Du löschen?
  • Name bereits in Verwendung? Verwendet schon jemand Deinen oder einen ähnlichen Namen? Das Berliner Startup Fairnopoly etwa bekam Probleme mit dem Spielehersteller Hasbro, dem die Marke „Monopoly“ gehört. Eine Recherche im Handelsregister gibt Dir Sicherheit.
  • Domain noch frei? Prüfe, für welche Varianten des Firmennamens die notwendigen Website-URLs und Social-Media-Accounts frei sind, zum Beispiel bei DomainR.
  • Rechtsform beachten: Je nach Rechtsform könnte noch eine GmbH, AG oder UG im Firmennamen stehen. Bei einer Personengesellschaft muss sogar der Nachname im Firmennamen enthalten sein. Eine GbR verlangt sogar nach dem Vornamen. Passt das zusammen?

Schritt 3: Die ideale Firmierung sichern

Wenn passende Namen bzw. der perfekte Unternehmensname feststehen, solltest Du für ausreichenden Markenschutz diese Tipps beachten:

  • Ein Eintrag Deines Firmennamens im Handelsregister schützt vor Nachahmern.
  • Ab etwa 300 Euro schützt Du Deine nationale Marke. Achtung: Gilt dann nur für Österreich.
  • Sichere Dir alle passenden Domainnamen mit verschiedenen Top-Level-Domains wie zum Beispiel .com .de und .at.
  • Reserviere alle Social-Media-Accounts, die Deinen Markennamen enthalten.

Zum Schluss ist noch wichtig: Vertraue beim Gründen und bei der Geschäftsbezeichnung Deinem Gefühl. Denke kritisch, kreativ und authentisch – dann findest Du auch den perfekten Namen.

Katharina Hoelzl

ehem. SEO & Content Manager

Als SEO & Content Strategin was Katharina bis 2020 bei ready2order dafür zuständig, dass hilfreiche Inhalte erstellt und gefunden werden.