Unternehmensgründung

Existenzgründung leicht gemacht: Dein Weg in die Selbstständigkeit

Von Riccardo Sidhu | Zuletzt aktualisiert: 10.30.2020

Eine gute Geschäftsidee kann im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert sein. Doch die Idee allein macht noch kein erfolgreiches Unternehmen. Wer sich in die Selbstständigkeit begibt, braucht einen durchdachten Businessplan, das notwendige Startkapital und eine kräftige Portion Unternehmergeist. Hier findest du für deine Unternehmensgründung ein paar Tipps rund um Gründung, Finanzierung und Förderung.

Was muss man bei der Existenzgründung beachten?

Selbständig zu sein bedeutet für viele Unternehmen auch ein Stück weit unabhängig zu sein, wenn es darum geht, die eigenen Ideen umzusetzen. Allerdings gilt: Wer seine eigene Firma gründen will, muss gut vorbereitet sein. 

Obwohl Deutschland ein sehr gründerfreundliches Land ist, gibt es einige Voraussetzungen zu beachten, bevor du in deine Selbstständigkeit starten kannst. Hier zählt nicht nur die fachliche Voraussetzung für das eigene Business, sondern du musst auch die Rahmenbedingungen für die Gründung beachten. Unabhängig von Branche und Handwerk benötigst du für dein Unternehmen zu allererst einen Businessplan und einen Finanzierungsplan. 

Checkliste für deinen Start in die selbständige Tätigkeit:

  • Selbständig sein - ja oder nein?

Wer seine eigenen Ideen entwickeln und verwirklichen will, braucht vor allem eines und das ist Durchhaltevermögen. Nicht jeder kann sich im Alltag eines Unternehmers zurechtfinden, den Tag selbstständig organisieren und hat den finanziellen Rückhalt, den man als Gründer benötigt - sprich: ob man die persönlichen Voraussetzung für eine selbstständige Tätigkeit erfüllt oder nicht. 

  • Geschäftsidee prüfen 

Viele Start-ups scheitern bereits an der Umsetzung der eigenen Idee. Um die Erwartungen an das Produkt oder die Dienstleistung auch erfüllen zu können, sollten Alleinstellungsmerkmal und Wettbewerb geprüft werden. Auch Kosten, Lizenzen, Produktionsbedingungen usw. sind hier wichtige Kriterien, die man vorab kalkulieren sollte. Werden die Voraussetzungen nicht erfüllt, muss man die Idee nochmals überdenken. Bei der Existenzgründung sollte man bereits am Anfang eine Beratung in Anspruch nehmen.

  • Beratung ist das A und O

Wissen ist Macht und bringt Geld. Als Existenzgründer bist du auf Förderungen angewiesen, vor allem dann, wenn das Startkapital klein ist. Viele Stellen bieten eine kostenlose Erstberatung an und unterstützen beim Thema Existenzgründung. Bei fachkundigen Stellen kann man die neue Geschäftsidee auf Herz und Nieren prüfen noch bevor man viel Zeit und Geld investiert hat. Stichwort: Businessplan. In Deutschland gibt es eine Vielzahl an Beratungsstellen, die sich auf die Gründung bzw. Unternehmensnachfolge spezialisiert haben. 

  • Startkapital

Fakt ist: Existenzgründer brauchen Geld. Bereits in der Anfangsphase benötigt man die notwendigen finanziellen Mittel, um die Kosten der beruflichen Selbständigkeit zu decken. Jedes bestehende Unternehmen braucht - unabhängig von einer erfolgreichen Geschäftsidee - ein Startkapital. Denn die laufenden Kosten, die die eigene Selbständigkeit betreffen, aber auch die privaten Lebenserhaltungskosten müssen gedeckt werden. Kalkuliere einen finanziellen Polster ein, bis deine Geschäftsidee vermarktet werden kann. Für viele Jungunternehmer gibt es auch einen Gründungszuschuss. Hier sollte man sich unbedingt bei den Förderstellen informieren. 

  • Selbstständigkeit und Gewerbe anmelden

Wenn du ein Unternehmen gründen möchtest, brauchst du in manchen Fällen eine Gewerbeberechtigung. Viele Branchen fallen unter die freiberufliche Tätigkeit, bei manchen benötigst du hingegen einen Nachweis deines unternehmerischen Know-hows. Daher prüfe sorgfältig, ob deine Selbstständigkeit zu den Gewerbetreibenden oder freien Berufen gehört. Gerade bei einem innovativen Start-up oder ausgefallenen Geschäftsideen sollten die Rahmenbedingungen für das Gewerbe am Anfang geklärt werden. 

  • Steuern und Versicherung

Die wichtigsten Voraussetzungen sollten erfüllt sein, wenn du dich diesem Thema widmest. Steuernummer und Co. benötigt jeder Unternehmer - unabhängig von der Gewerbeanmeldung. Hier solltest du dich genau informieren, welche Steuern (je nach Einkommenshöhe) fällig sind und welche Zahlungen nach der Gründung auf dich zukommen. Der Steuerberater kann dir einen Überblick verschaffen, Steuertipps und Ideen zur Unternehmensoptimierung liefern, die dir langfristig viel Zeit und Geld sparen. Damit du auch abgesichert bist, gibt es zahlreiche betriebliche Versicherungen, die auch zur erfolgreichen Existenzgründung beitragen können und vor finanziellen Schaden bewahren. 

Dein Fahrplan für die Selbstständigkeit

Der erste Schritt in Richtung Existenzgründung ist die Erstellung eines Businessplans. Keine Idee wird nachhaltig erfolgreich sein, wenn dahinter nicht das notwendige Konzept steht. Als Existenzgründer ist für dich der Businessplan eine wichtige Grundlage, der dir bei Banken und Förderstellen die Türen öffnet. Ist dieser Schritt getan, kannst du erst mit Qualifikation überzeugen und erste Unternehmenserfolge verbuchen. Ein Businessplan enthält alle wichtigen Informationen deiner Geschäftsidee sowie eine detaillierten Finanz- und Zeitplan. Für deine Existenzgründung ist der Businessplan ein Kompass, der die Richtung vorgibt und deine Unternehmensgründung strukturiert. 

Jede Geschäftsidee steht und fällt mit einer strukturierten Unternehmensgründung. Als junger Unternehmer siehst du dich nämlich mit zahlreichen Aufgaben und Hürden konfrontiert, die bei der Gründung eine wichtige Rolle spielen. Hierin sind in schriftlicher Form alle Ziele, Umsätze oder Meilensteine enthalten, die spätestens dann ein Thema werden, wenn es darum geht, bei Banken vorstellig zu werden oder einen Gründungszuschuss zu erhalten. Viele Start-ups sind gerade in der Gründungsphase von potenziellen Geldgebern abhängig, um ihre Geschäftsidee auch realisieren zu können. 

Ob fachlich oder finanziell - im Businessplan sind alle wichtigen Elemente enthalten, die bei Förderstellen, potenziellen Kunden und Investoren gefragt sind:

  • Management und Gründer
  • Rechtsform
  • Unternehmensziele
  • Dienstleistung/Angebot
  • Marktanalyse
  • Zielgruppe
  • Strategie
  • Maßnahmen/Umsetzung
  • Investitionsplan
  • Finanzierungs- und Liquiditätsplan
  • Umsätze, Gewinnplanung und Ausblick 

Was wird bei der Existenzgründung benötigt?

Ein eigenes Unternehmen bedeutet viel Verantwortung. Junge Unternehmen müssen neben dem täglichen Business auch sehr viel Organisatorisches in Kauf nehmen. Damit deiner Existenzgründung nichts mehr im Weg steht, solltest du gerade am Anfang auf eine gute Beratung setzen. In Deutschland gibt es eine Reihe von Beratungsanbietern, die passende Geschäftsideen entwickeln, die persönliche Eignung zur Selbstständigkeit beurteilen und über staatliche Fördermittel Bescheid wissen. Die Erfahrung von Experten kann dabei unterstützen, das Geschäftsmodell zu optimieren, an der richtigen Geschäftsidee zu feilen und dementsprechende Fördermittel zu beschaffen. Wenn man gut beraten wird, minimiert sich das unternehmerische Risiko und man kann schneller erste Unternehmenserfolge verbuchen.

Gewerbeberechtigung

Eine Geschäftsidee allein macht noch keine Existenzgründung. Wer sein Gewerbe anmeldet, darf dieses auch rechtmäßig ausüben. Je nach Branche fallen für die Gewerbeanmeldung unterschiedliche Voraussetzungen und Auflagen an. In Deutschland gilt Folgendes: Wer dauerhaft, eigenverantwortlich und auf eigene Rechnung eine Tätigkeit selbstständig ausübt, muss ein Gewerbe anmelden. Sobald dein Umsatz die Freibetragsgrenze übersteigt, bist du gewerbesteuerpflichtig. Freiberufler wie Künstler und Journalisten (aber auch Ärzte und Rechtsanwälte) müssen keinen Gewerbeschein beantragen. Dazu gibt es auch eine erweitere Ausnahmeregelung. 

Wenn du einen Gewerbeschein beantragen willst, musst du rechtlich gesehen volljährig und geschäftsfähig sein. Bestimmte Dienstleistungen verlangen den Nachweis einer Befähigung oder Konzession wie zum Beispiel eine Meisterprüfung für den Handwerksbetrieb. Manche Tätigkeiten sind an eine behördliche Genehmigung gebunden. Alle Bürger außerhalb der EU benötigen eine gültige Aufenthaltsgenehmigung als Voraussetzung. Als Gewerbetreibender ist man zur Mitgliedschaft bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer (HWK) verpflichtet.

Wer keinen Gewerbeschein hat und trotzdem gewinnorientiert tätig ist, muss mit Bußgeld und Steuernachzahlung rechnen. 

Fördermittel

Gründer haben die Möglichkeit, staatliche Fördermittel oder Förderprogramme in Anspruch zu nehmen. Freie und gewerbliche Existenzgründer werden mit einer Gründungsberatung unterstützt und erhalten je nach Bundesland unterschiedliche Beratungsleistungen rund um die Förderung der Geschäftsidee. Bestimmte Leistungen stehen ausschließlich Existenzgründern zur Verfügung und sollen diese beim Start erfolgreich unterstützen. Viele Unternehmens- und Existenzgründungsberatungen sind kostenlos oder können mit Zuschüssen gefördert werden. Je nach Zielgruppe und Geschäftsmodell gibt es auch verschiedene Initiativen, die Starthilfen anbieten. 

Riccardo Sidhu

SEO Manager

Als Suchmachinenoptimierer kümmert Riccardo sich darum, dass ready2order in Google und & Co leicht zu finden ist. Wenn er sich gerade nicht mit Suchmaschinen und Algorithmen auseinandersetzt, findet man ihn beim Podcast hören, Billiard spielen oder Brettspiele spielen mit Freunden.