Steuerberater & Registrierkassen-Experte zur RKSV

Interview Markus Seidl Registrierkassen-Experte

Ab 1. April 2017 müssen Händler mit Registrierkassen in Österreich ihre Kassen manipulationssicher machen und beim Finanzamt registrieren. Viele Unternehmer sind verunsichert, welche neuen Anforderungen auf sie zukommen und wie damit am besten umgegangen werden soll. Aus diesem Grund haben wir mit Mag. Markus Seidl von Ecovis gesprochen. Im Interview erklärt der Experte, wie Unternehmer mit dem Thema umgehen und wie die Registrierkassensicherheitsverordnung am einfachsten erfüllt werden kann.

Seit April 2016 gilt die Registrierkassenpflicht in Österreich. Wie ist es Ihren Klienten bei der Umstellung gegangen und inwiefern konnten Sie diese dabei unterstützen? 
Die erste Phase der Einführung der Registrierkassenpflicht haben unsere Klienten im Großen und Ganzen gut hinter sich gebracht.

Einige, vor allem größere Unternehmen, waren bereits mit einer registrierkassentauglichen Software ausgestattet. Da waren oft nur ein paar Updates notwendig. Aber auch die Registrierkassen Newbies haben die Anschaffung gut gemeistert. Beratungsbedarf bestand in diesen Fällen vor allem in der Auswahl des richtigen Registrierkassen-Produktes. Preis-Leistung war da natürlich das Thema.

Schwieriger ist die Situation nun in der Phase Zwei.

Mit 1.April 2017 muss die Phase Zwei der Registrierkassensicherheitsverordnung (RKSV) umgesetzt werden. In dieser muss der Unternehmer eine Sicherheitseinrichtung anschaffen und diese über FinanzOnline registrieren. Wie gehen Sie damit um und was raten Sie Ihren Klienten?

Bereits Ende 2016 haben wir unseren Mandanten geraten, so früh wie möglich mit ihren Kassenherstellern in Verbindung zu treten, um rechtzeitig über die notwendigen Updates und die vorgesehene Sicherheitseinrichtung zu verfügen. Da für die Registrierung ein FinanzOnline Zugang benötigt wird, übernehmen wir diese in den meisten Fällen für unsere Mandanten. Grundsätzlich kann die Registrierung aber auch von den Unternehmern selbst durchgeführt werden.

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Gibt es aktuell noch Probleme bei der Umsetzung der Phase Zwei?

Leider ja. Einerseits die Unternehmen, welche bisher noch keine Sicherheitseinrichtung bestellt haben und andererseits die Softwareanbieter, die mit der Implementierung und anschließenden Auslieferung nicht nachkommen.

Was raten Sie diesen Unternehmen?

Im Hinblick darauf, dass vom Gesetzgeber kein weiterer Aufschub der Frist geplant ist, sollte zumindest die Bestellung der Sicherheitseinrichtung noch vor Ablauf dieser Frist – laut Homepage des BMF bis spätestens Mitte März – durchgeführt werden. Kann die Registrierung dann nicht rechtzeitig erfolgen, ist laut Finanzamt nicht von einer vorsätzlichen Verzögerung auszugehen und damit nicht mit einer finanzstrafrechtlichen Verfolgung zu rechnen.

Leider gibt es unter den Kassensystem Anbietern immer wieder schwarze Schafe. Was empfehlen Sie Ihren Klienten, um einen vertrauenswürdigen Anbieter zu finden? Was muss aus Ihrer Sicht ein Kassenanbieter mitbringen, dass Sie eine Empfehlung aussprechen würden?

Zunächst haben wir schon im Vorjahr empfohlen nur jene Anbieter auszuwählen, die auch die Umsetzung der Sicherheitsverordnung garantieren können. Im Zweifel sollte diese Garantie schriftliche eingeholt werden. Das ist sozusagen die Mindestanforderung. Darüber hinaus sollte die Aufrüstung mit dem Sicherheitszertifikat von dem Kassenanbieter angeboten werden. Das letzte aber nicht unwichtigste Kriterium ist natürlich das Preis- Leistungsverhältnis. Die Kosten sollten von Beginn an klar kommuniziert werden.

Was die Manipulation von Kassensystemen angeht können wir nur raten, solche Überlegungen besser nicht anzustellen. Die Finanz wird derartige Manipulationen nicht als Kavaliersdelikt behandeln, Stichwort: Abgabenbetrug.

Was muss aus Ihrer Sicht eine Registrierkasse neben der gesetzlichen Konformität mitbringen? Inwieweit soll/kann die Registrierkasse die Arbeit des Steuerberaters erleichtern?

Neben den gesetzlichen Vorschriften sollte eine Registrierkasse je nach Anforderung einfach zu bedienen sein und klar verständliche Auswertungen liefern. Damit kann die Erfassung der Barumsätze nicht nur eine mühsame Verpflichtung, sondern sowohl für den Unternehmer als auch uns Steuerberatern eine Erleichterung bei der Erstellung der Buchhaltung sein.

ready2order hat den gesamten Kassen-Anmeldeprozess bei FinanzOnline vollautomatisiert, sodass dies mit wenigen Klicks möglich ist. Dabei wird weder eine Chipkarte benötigt, noch muss eine manuelle Belegprüfung durchgeführt werden. Wie interessant wäre diese Innovation für Ihre Kunden?

Generell empfehlen wir, wo es möglich ist, auf Automatisierung zurückzugreifen. Der Vorteil ist ganz klar die automatisierte Kommunikation zwischen Kassensystem und FinanzOnline. Leider wird dieser von vielen Kassenherstellern nicht angeboten.

Vielen Dank für das nette Gespräch!

Markus Seidl Steuerberater Interview

Zur Person

Markus Seidl ist  Geschäftsführer und Steuerberater bei  ECOVIS Austria Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft m.b.H.

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Über den Autor
Christoph Schachner
Christoph Schachner
Christoph ist ein studierter Spezialist für digitales Marketing und Growth Marketing.

Kommentare (1)

  1. Liebes Team von r2o, vielen Dank für die tolle Organisation rund um die Umstellung zur RKSV, das habt Ihr großartig gemacht, leicht und problemlos für Anwenderinnen

    Andrea, 24 . 04 . 2017 - 08:54

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