Unternehmensgründung

Wie eröffne ich ein Restaurant?

Von Sabine Amler | Zuletzt aktualisiert: 3.24.2021

Um eine Gaststätte zu eröffnen, musst Du kein gelernter Koch sein. Viel wichtiger sind ein durchdachter Businessplan und natürlich die nötigen Genehmigungen. Wir haben nützliches Wissen zu Auflagen und Kosten sowie Business- und Finanzplan für Deine Existenzgründung in der Gastronomie zusammengestellt.

Was braucht man, um ein Restaurant zu gründen?

Um ein Restaurant zu betreiben, brauchst Du neben einem guten Businessplan und gesicherten Finanzen einen Gewerbeschein und eine Gaststättenerlaubnis (auch Konzession genannt).

Voraussetzungen für die Gewerbeanmeldung

Für den Antrag beim Gewerbeamt brauchst Du

  • Personalausweis (ggf. Aufenthaltsgenehmigung)
  • Angaben über die Art des geplanten Gewerbes
  • Erklärung zur haupt- oder nebenberuflichen Selbstständigkeit

Der Gewerbeschein kostet 20–40 Euro Verwaltungsgebühr und wird meist innerhalb weniger Tage ausgestellt. Im Zuge dessen informiert das Gewerbeamt auch das Finanzamt sowie das Industrie- und Handelskammer über die erteilte Erlaubnis.

Auflagen für die Gaststättenerlaubnis

Wenn Du in Deinem Restaurant alkoholische Getränke ausschenken und/oder zubereitete Speisen anbieten möchtest, brauchst Du eine Konzession. Diese Erlaubnispflicht kostet je nach Region zwischen 50 und 400 Euro und ist im deutschen Gaststättengesetz geregelt. 

Wichtig: Die Konzession kannst Du erst beantragen, wenn der Miet- oder Pachtvertrag für die Räumlichkeiten bereits vorhanden ist. 

Den Antrag reichst Du dann ebenfalls beim Gewerbeamt ein; dafür brauchst Du

  • Personalausweis
  • Aktuelles polizeiliches Führungszeugnis → erhältlich beim Bundesamt für Justiz
  • Auskunftserteilung aus dem Gewerberegister → ebenfalls vom Bundesamt für Justiz
  • Relevante Versicherungsscheine → Beratung bei Versicherungsunternehmen
  • Steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung → erhältlich beim Finanzamt
  • Pacht- oder Mietvertrag für die Gaststätte
  • Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft (Unfallversicherung)
  • Gesundheitszeugnis für Betreiber und Angestellte vom Gesundheitsamt
  • Nachweise über die Teilnahme an gesetzlich vorgeschriebenen Schulungen zu Gesundheit und Hygiene → absolvierbar bei Gesundheitsamt sowie Industrie- und Handelskammer; nicht nötig bei entsprechender Ausbildung
  • Ausschankgenehmigung → erhältlich bei der Gewerbemeldestelle

Weitere Genehmigungen

Je nachdem wie Dein fertiges Restaurant aussehen soll, sind ggf. noch weitere Genehmigungen nötig wie z. B.

  • Baugenehmigungen (→ erhältlich beim Bauamt), wenn das Ladenlokal umgebaut werden muss. Beim Umbauten spielt nicht nur die Optik eine Rolle, auch Sicherheits- oder andere Richtlinien können dazu führen. So wirkt sich etwa die Anzahl der Sitzplätze auf die Toilettenpflicht aus: Ab 200 Gästen müssen Toiletten vorhanden sein, darunter wird dies abhängig vom Bundesland geregelt. Toiletten müssen zudem nach Geschlechtern getrennt sein; Unisex-Toiletten gelten nur als zusätzliche Option.
  • Antrag auf Bewirtung im Freien: Um Gäste in Deinem Hinterhof oder Garten zu bewirten, brauchst Du eine Genehmigung vom Ordnungsamt.
  • Antrag auf Sondernutzung: Wenn auf dem Gehweg vor der Gastronomie Stühle und Tische aufgestellt werden sollen, muss dies vom Straßenverkehrsamt bzw. Ordnungsamt genehmigt werden.

Wichtige rechtliche Grundlagen

In der Gastronomie müssen neben dem Gaststättengesetz, welches vor allem die Vergabe der Konzession regelt, verschiedene Gesetze beachtet werden:

Wie erstelle ich einen Businessplan?

Im Business werden Stärken, Schwächen, Risiken und Chancen Deines geplanten Restaurants genau analysiert. Preiskalkulation und Kostenaufstellung gehören ebenfalls hinein.

  • Zielgruppenanalyse: Setzt Du auf gehobene Küche, Familien, Studenten, To-Go-Geschäft, Touristen, Durchreisende oder eine ganz andere Kundschaft?
  • Standortanalyse: Hast Du die passende Lokalität? Hast Du genügend Sitzplätze, um den erforderlichen Umsatz zu erwirtschaften? Passen Umfeld und Mitbewerbersituation zu Deinen Plänen? Außerdem zählt Erreichbarkeit: Kommen Deine Gäste zu Fuß, ist Dein Lokal gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln verbunden, hast Du ausreichend Parkplätze?
  • Angebotsplanung: Welche Zielgruppe willst Du an welchen Tagen und zu welchen Zeiten mit welchem Angebot am besten ansprechen? Lohnen sich Catering, Take-away, Lieferservice oder Mittagstisch als zusätzliche Leistungen?
  • Speisenauswahl: Je genauer die kulinarischen Grenzen der Speisekarte gesteckt sind, desto klarer und glaubwürdiger ist Deine Positionierung. 
  • Alleinstellungsmerkmal: Was ist das Besondere an Deiner Idee? Bedienst Du eine spezielle Nische, z. B. vegane Gerichte, saisonale/regionale Küche oder Trendfood? Willst Du ein klassisches Restaurant, ein Café, ein Pub mit einer kleinen Speisekarte oder eine Bar eröffnen? Erfahre mehr darüber, wie Du ein überzeugendes Konzept für Dein Restaurant findest.
  • Rechtsform: Für die Gastronomie werden keine besonderen Rechtsformen empfohlen. Meist üblich und unkompliziert zu gründen sind die haftungsbeschränkte UG, die GmbH oder eine GbR.
  • Mindestumsatz: Rechne vorab aus, wie viel Umsatz Du machen musst, um rentabel zu arbeiten. Wie viel Umsatz brauchst Du, um Miete und Personalkosten zu decken? Ist die dafür nötige Kundenzahl realistisch betrachtet zu erreichen? 
  • Preise: Hast Du reell und genau kalkuliert? Hier findest Du unsere Tipps zur Preiskalkulation in der Gastronomie.

Finanzplan: Wie viel Geld kostet eine Restauranteröffnung?

Auch bei kleineren Restaurants entstehen durch die Selbstständigkeit schnell mehrere zehntausend Euro Kosten, bei Franchise-Unternehmen sind die Summen häufig sogar sechsstellig. In der Regel ist also eine Fremdfinanzierung durch eine Bank nötig.

Der Finanzplan als Teil des Businessplans beantwortet die Frage nach dem Kapitalbedarf. Dabei müssen alle vorab notwendigen Investitionen berücksichtigt werden, z. B.

  • Kaufpreis bzw. Pacht/Miete, Mietsicherheiten
  • Bau, Umbau oder Renovierung der Räumlichkeiten
  • Anschaffung von Einrichtung und Geräten (Tische, Stühle, Bar/Theke, Herd, Kühlanlagen, Zapfanlage, Musikanlage, Kaffeemaschine, Kassensystem etc.)
  • Anschaffung von Ausstattung (Töpfe, Pfannen, Küchengeräte, Besteck, Gläser, Geschirr, Tischdecken, Servietten, Dekoration etc.)
  • Grundvorrat an Getränken und Lebensmitteln

Hier empfiehlt es sich, alle Kostenpunkte kritisch zu prüfen: Muss alles neu gekauft werden oder kannst Du mit gebrauchten Geräten und Möbeln Kapital einsparen? 

Außerdem sollte eine ausreichende Reserve für schlechte Zeiten kalkuliert werden, um später entstehende Kosten auffangen zu können, z. B.

  • Personalkosten bei Umsatzeinbußen
  • Reparaturen und Ersatz von Ausstattung, Möbeln oder Geräten
  • Renovierungen oder Ausbaukosten wie z. B. Anlage einer Außenbewirtschaftung auf dem Gehweg

Wer eigenes Startkapital besitzt, hat eine gute Ausgangslage, um die Bank zu überzeugen – und muss gleichzeitig weniger Kredit aufnehmen. 

Dein Konzept steht und Du willst demnächst eröffnen? Dann wirf doch noch schnell einen Blick auf unsere Tipps für erfolgreichen Restaurantbetrieb.

Sabine Amler

Senior Content Manager

Als Copywriterin mit Leib und Seele kümmert sich Sabine bei ready2order um alles, was man mit 26 Buchstaben plus Umlaute ausdrücken kann. Dabei trägt sie nahezu ständig Kopfhörer und hört jede Menge Rock’n’Roll – natürlich mit guten Texten.