Unternehmensgründung

Wiedererkennungswert schaffen: Konzept-Tipps für Restaurants

Von Sabine Amler | Zuletzt aktualisiert: 3.24.2021

Was für eine Gaststätte willst Du eröffnen? Die Antwort darauf ist vermutlich der Auslöser für Deine Pläne vom eigenen Gastronomiebetrieb. Wir haben hier trotzdem noch ein paar Ideen für ein stimmiges Konzept inklusive Name und Design zusammengestellt – außerdem findest Du hier nützliches Wissen zu Gastro-Genehmigungen und Businessplan sowie Tipps für einen erfolgreichen Restaurantbetrieb.

Corporate Identity zählt – und was ist das?

Corporate Identity (oder kurz: CI) bedeutet, dass bei einem erfolgreichen Restaurant alles zusammenpassen muss. Gemeint ist, dass Name, Aussehen und Speisekarte einem Konzept folgen sollte.

Zum Beispiel wäre ein Betrieb, der “Klein-Venedig” heißt und in dem in altdeutscher Kneipen-Atmosphäre asiatisches Fingerfood serviert wird, wenig glaubhaft und verwirrend für die Gäste. Kommen in “Klein-Venedig” dagegen in mediterran gehaltener Umgebung Pizza und Pasta auf den Teller, ist das Konzept schlüssig.

Corporate Identity umfasst jedoch noch mehr: Auch Website, Flyer, Social-Media-Aktivitäten und Anzeigen sollten farblich und inhaltlich zum Konzept passen, damit potenzielle Kunden Dein Lokal bei allen Marketing-Aktivitäten zweifelsfrei wiedererkennen. 

Welche Gastro-Konzepte gibt es?

Neben regionalen Konzepten wie Italienisch, Griechisch oder Sushi gibt es weitere Stilrichtungen kulinarischer oder thematischer Art, nach denen Du Dein Restaurant ausrichten kannst. Wir haben einige Ideen zusammengetragen:

  • Fast-Food-Restaurant: Früher hieß dieses Konzept Schnellrestaurant, denn der Fokus liegt auf schneller Bedienung und schnellem Verzehr der Speisen. Dabei kann es sich um eine Filiale einer Restaurantkette (Franchise), ein American Diner im Stil der 50er Jahre oder auch um einen Burgerladen mit außergewöhnlicher Karte handeln.
  • Familienrestaurant/Kinderrestaurant: Hier dreht sich alles um die kleinen Gäste. “Kindgerechte” Speisen auf der Karte sind dabei ebenso wichtig wie genug Platz für Kinderwagen, robustes Mobiliar und viel Platz zum Spielen.
  • Kleines Lokal: Auch auf wenig Platz kannst Du viel Konzept unterbringen. Ob Coffeeshop mit überwiegendem To-Go-Verkauf, ein elegantes Café mit exklusiver Karte, ein französisches Bistro, eine italienische Paninothek… Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
  • Steakhouse: Ebenso wie in einem BBQ-Restaurant geht es hier fleischlastig und rustikal zu.
  • Biergarten: Ebenso wie ein Ausflugslokal ist ein Biergarten ein Saisongeschäft.
  • Erlebnisrestaurant: Servierst Du per Schienensystem, speisen Deine Gäste im stilechten Wild-West-Ambiente oder gibt’s auf Deinem Schiffsrestaurant maritime Atmosphäre von Frischfisch bis Shantychor? Ein Erlebnisrestaurant bietet neben Speisen und Geselligkeit immer noch das gewisse Extra.

Name & Logo: Finde, was zu Dir passt

Name, Logo, Design von Speisekarten und Werbemitteln, Einrichtung, kulinarische Stilrichtung –  wenn der Wiedererkennungswert stimmt, dann läuft potenziellen Kunden schon beim Klang Deines Restaurantnamens oder beim Anblick Deines Logos auf einer Anzeige das Wasser im Munde zusammen. 

Es lohnt sich also, z. B. gemeinsam mit einem Designer ein stimmiges Gesamtkonzept zu entwickeln und in jedem Fall ein wenig Zeit zu investieren.

Restaurantname

Der Name ist das kleinste Aushängeschild Deines Restaurants: Hier muss in wenigen Worten klar sein, was bei Dir auf den Teller kommt. Außerdem sollte er aussagekräftig, möglichst einzigartig und einprägsam sein.

Bei der Ideensammlung kannst Du z. B. so vorgehen:

  • Sammle Begriffe, die zu Deiner kulinarischen Richtung passen.
  • Spiele mit Deinem Namen oder dem Standort als Bestandteil.
  • Lass Dich von Mitbewerbern inspirieren.
  • Frage Freunde oder Familie, wie Dein Restaurant heißen soll.
  • Teste maschinelle Namensfinder im Internet.
  • Versuche Dich an Wortspielen oder Synonymen.
  • Hat ein Mensch, ein Ort oder ein Erlebnis Dich zur Gründung inspiriert?

Stelle dann aus den Vorschlägen verschiedenen Kombinationen zusammen und teste sie: Welcher Vorschlag gefällt Deiner Zielgruppe am besten?

Natürlich kannst Du auch Unterstützung bei professionellen Beratern oder Agenturen suchen, die Namensfindung und auch das gesamte Design von Logo bis Gesamtgestaltung für Dich übernehmen können.

Logo

Mit einem Logo drückst Du Deine kulinarische Ausrichtung und Deine Philosophie auf den ersten Blick authentisch aus. Außerdem solltest Du auch auf die Interessen und Vorlieben Deiner Zielgruppe eingehen. Wichtige Bestandteile eines Logos sind dabei:

  • Thematisch passende Icons bzw. Symbole
  • Aussagekräftige Slogans
  • Passendes Schriftbild (modern, verspielt, altmodisch…)
  • Abgestimmte Farbe 

Bedenke bei Deinem Design, dass Logos auf vielen Medien ab- und aufgedruckt werden – vom Ladenschild bis zur Zeitungsannonce. Es sollte also auch bei sehr kleiner bzw. schwarz-weißer Darstellung noch gut und deutlich erkennbar sein. 

Das Menü als Visitenkarte

Der Menükasten mit der ausgehängten Speisekarte ist die erste Anlaufstelle Deiner Gäste. Eine übersichtliche, bewusst eingegrenzte Auswahl an Speisen und Getränken ist hier sinnvoll – eine zu große Auswahl überfordert und schmälert das Vertrauen in die Küche.

Eine gute Speisekarte ist außerdem selbsterklärend und einfach zu verstehen.

 So überzeugst Du mit einer leckeren Auswahl zu angemessenen Preisen:

  • Logische Gliederung (“Vorspeise”, “Hauptgericht”, “Suppe”, “Vegan”)
  • Hervorhebung gewisser Speisen und Getränke durch Farbe/Fettschrift oder Empfehlungen (“Vom Chef empfohlen”, “Tagesgericht” etc.) 
  • Schöne, emotionale oder ausgefallene Produktnamen, die Appetit machen (“Knusprige Ente” statt “Ente”, “zart gegrilltes Filet vom Rind” statt “Rinderfilet”)
  • Kurze Beschreibung der wichtigsten Zutaten bei jedem Gericht
  • Bündelung von Vor-, Haupt- und Nachspeise inkl. Getränk zum attraktiven “Tagesmenü”
  • Fotos oder Illustrationen einfügen: Bei Imbisskarten empfiehlt es sich, jedes Gericht zu bebildern. Doch auch bei höherwertigen Speisekarten kann ein gutes Foto pro Seite den Verkauf des gezeigten Gerichtes um bis zu 30% steigern.
  • Entbündelung von Produkten: Lass Deine Kunden z. B. einen Burger aus einzeln ausgepreisten Zutaten zusammenstellen.
  • Angebotsabstimmung auf die Küchenabläufe (saisonal, Mittagskarte etc.)

Exkurs: Preiskalkulation

Günstige Gerichte können eine tolle Marketingmaßnahme für Dein Restaurant sein – gerade bei Neueröffnung. Doch abgesehen von besonderen Tages- oder Einstiegsangeboten empfiehlt es sich, bei der Preisgestaltung von Anfang an mit reell kalkulierten Zahlen zu wirtschaften. So sicherst Du gleichzeitig eine durchgängig hochwertige Qualität. 

Außerdem gibt es neben den Richtlinien zur Kalkulation in der Gastronomie ein paar Tricks bei der Preisgestaltung:

  • Aufrunden: Ergibt die Kalkulation für ein Gericht/Getränk 3,70 Euro, sollte auf 3,90 Euro aufgerundet werden. Für den Gast zählt psychologisch nur, dass der Preis unter 4 Euro liegt – für die Gewinnspanne machen 20 Cent jedoch einen deutlichen Unterschied. 
  • Preispsychologie anwenden: Hier kommt es wortwörtlich auf den Cent an. Preise, die auf --,99 enden, stehen für günstig, aber nicht unbedingt hochwertig. --,00 wird häufig als knauserig (oder auch elegant) empfunden und --,95 gilt als “freundlicher Preis”. 
  • Währungszeichen weglassen: Ist kein Währungszeichen zu sehen, geben Deine Gäste ihr Geld nachweislich leichter aus. Eine Fußnote zur verwendeten Währung genügt aus rechtlicher Hinsicht.

Auch die Aufnahme einiger teurer Gerichte und Getränke kann ein guter Trick sein, um die sonstigen Angebote günstiger erscheinen zu lassen und Deine Gäste “ausgabefreudiger” zu stimmen.

Sabine Amler

Senior Content Manager

Als Copywriterin mit Leib und Seele kümmert sich Sabine bei ready2order um alles, was man mit 26 Buchstaben plus Umlaute ausdrücken kann. Dabei trägt sie nahezu ständig Kopfhörer und hört jede Menge Rock’n’Roll – natürlich mit guten Texten.