Gründung

Businessplan erstellen - So geht's

Sabine Amler
Von Sabine Amler | Zuletzt aktualisiert: 8.4.2022
Businessplan erstellen: Eine junge Frau arbeitet am PC.

Selbst einen Businessplan erstellen? Das ist zwar aufwändig, aber in Grundsatz brauchst Du nur einen Schritt nach dem anderen zu gehen: Ein durchdachtes Vorgehen macht die Existenzgründung auch für Außenstehende logisch und übersichtlich und kann Dir die Türen zu neuen Geschäftspartnern, einer soliden Unternehmensfinanzierung oder Branchenkennern öffnen.

Wir gehen diesen Weg mit Dir gemeinsam: In diesem Beitrag findest Du einen Leitfaden, wie Du Deinen Businessplan erfolgreich schreiben kannst. In einem weiteren Artikel zeigen wir Dir, wie Du in Deinem Businessplan Fehler vermeiden kannst.

1) Vorbereiten, recherchieren und analysieren

Der vielleicht wichtigste Teil beim Verfassen eines Businessplans ist die Recherche. In den seltensten Fällen ist eine Geschäftsidee so simpel, dass Gründer ohne große Vorbereitung durchstarten können. Außerdem gilt es oft genug Partner, Banken und andere Parteien zu überzeugen. Darum solltest Du vorab so viele Informationen zusammentragen wie möglich:

Sammle dabei alle Informationen, um folgende Fragen zu beantworten: 

  • Was ist ganz konkret Deine Geschäftsidee? 
  • Welche Produkte oder welche Dienstleistung willst Du anbieten?
  • Was benötigst Du, um Deine Geschäftsidee umzusetzen?
  • Was zeichnet Deine Idee besonders aus? 
  • Was hebt Dein Angebot von Mitbewerbern ab?
  • Welche Zielgruppe kannst und willst Du ansprechen (Alter, Interessen, Einkommen)?
  • Wie kannst Du diese Kunden ansprechen und wie eng ist der Markt in diesem Bereich?
  • Wie organisierst Du den Verkauf (Preise, Vertriebspartner)?
  • Welche Marketingstrategien und -kanäle planst Du und welche Kosten fallen dafür an?
  • Hast Du bereits einen überzeugenden Finanzplan?
  • Wie willst Du Dein Unternehmen organisieren? Rechtsform, nötige Genehmigungen oder technische Zulassungen, sonstige Formalitäten und Finanzierung sollten geklärt sein.
  • Was sind die Stärken und Schwächen, die Chancen und Risiken Deines Plans? Wie planst Du, negative Aspekte auszugleichen?

2) Finanzbedarf definieren

Einen Businessplan schreiben ist der erste wichtige Schritt, um andere nicht nur von der eigenen Idee, sondern den wirtschaftlichen Erfolgsaussichten einer Unternehmensgründung zu überzeugen und um ggf. eine externe Finanzierung sicherzustellen.

Folgende Fragen sind dabei zu beantworten:

  • Wie oft willst und kannst Du Dein Produkt oder Deine Dienstleistung verkaufen?
  • Wie hoch sind die Produktions- bzw. Bereitstellungskosten?
  • Welche Preise willst und kannst Du ansetzen?
  • Welche Gründungskosten fallen an?
  • Welche Investitionen sind notwendig?
  • Wie viel Eigenkapital und welche Sachwerte (z.B. Laptop oder Pkw) kannst Du einbringen?
  • Ist Fremdkapital erforderlich? Wo kommt es her?
  • Wie hoch muss der Gewinn sein, damit Du vom Unternehmerlohn (über-)leben kannst?

3) Meilensteine aufschreiben

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut – und dasselbe gilt für den Erfolg eines Unternehmens. Statt in einem Monat Marktführer sein zu wollen, setze Dir erreichbare und nachvollziehbare Meilensteine für Marktanteil, Umsatz, Mitarbeiterzahl und/oder Produktionszahlen auf Deinem Weg.

Wichtig: Anhand dieser Meilensteine kannst Du im laufenden Betrieb überprüfen, ob Du Deine Ziele wie geplant erreichst oder umdisponieren musst.

4) Ergebnisse schriftlich zusammenfassen

Bis zu diesem Punkt war es ausreichend, die eigenen Absichten kurz zusammenzufassen. Im nächsten Schritt geht es darum, alle Ergebnisse in Textform zusammenzuführen. Bemühe Dich einerseits darum, Deine Begeisterung für Deine Idee zu vermitteln, untermauere aber auch alle Aspekte mit klaren Fakten. Schließlich willst Du Vermittler oder potenzielle Investoren davon überzeugen, finanzielle Mittel für Deine Idee herauszurücken.

Wähle dafür einen sachlichen, professionellen Ton und schreibe klar und verständlich. Nicht nur Branchen- oder Kreditexperten sollten den Businessplan verstehen können, sondern auch  Betriebsfremde oder – selten als Feedback-Instrument unterschätzt – Freunde und Familie. 

5) Auf Struktur achten 

Im Internet finden sich zahllose Vorlagen und Gestaltungshilfen für einen Businessplan. Ganz wichtig: Lass Dich von ihnen lediglich inspirieren, um selbst die richtige Struktur für Deine Geschäftsidee definieren. Jedes Unternehmen ist anders, darum ist ein schlichtes Muster oder eine Businessplan-Vorlage nur in den seltensten Fällen die passende Lösung.

Ein ansprechendes Design, ein klares Layout und einen guten Stil erreichst Du auf diesem Weg:

  • Gestalte ein Deckblatt mit Logo und Bildmaterial
  • Führe ein ausführliches Inhaltsverzeichnis 
  • Verwende Seitenzahlen
  • Achte auf eine klare und einheitliche Überschriftenhierarchie
  • Verwende einheitliche Schriftgrößen und -arten
  • Wähle einen lesbaren Zeilenabstand und sinnvolle Absätze 
  • Lass Deinen Businessplan gegenlesen, um Tipp- und inhaltliche Fehler zu vermeiden
  • Formuliere kurze, aktive Sätze 
  • Nutze Grafiken und Tabellen, um Inhalte verständlicher zu vermitteln 
  • Erläutere unverzichtbare Fachbegriffe
  • Vermeide Fachchinesisch, bräsige Anglizismen und unnötige Fremdworte
  • Konzentriere Dich auf Deine Kernaussagen
  • Sammle ergänzende Informationen im Anhang – aber nutze den Anhang nicht als “unsortierte Ablage”!
  • Drucke den Businessplan in guter Qualität aus

6) Zusammenfassung erstellen

Die Zusammenfassung steht am Anfang, aber geschrieben wird sie am Ende – wenn Du Deinen Businessplan mit allen Details in- und auswendig kennst.

Auch wenn viel Arbeit investiert wird und die eigene Begeisterung fast immer groß ist: In den meisten Fällen wird ein Businessplan nicht komplett gelesen. Umso wichtiger ist eine gut aufbereitete Zusammenfassung, die die wichtigsten Punkte schlüssig zusammenfasst. 

Denn nur wenn Du schnell und kompakt mit Fakten überzeugen kannst, sind potenzielle Geldgeber motiviert, Zeit (und vor allem Geld) zu investieren. 

7) Kritik einholen

Einfachheit gewinnt. Im Idealfall sollte ein Businessplan z.B. auch für Freunde oder Familienmitglieder verständlich sein. Lass Außenstehende prüfen, ob die Angaben in Deinem Geschäftsplan vollständig, korrekt und auch sinnvoll sind: Rechtschreibfehler, inhaltliche Brüche, Unklarheiten oder argumentative Fehler kannst Du auf diese Weise vermeiden.

Häufige Fehler im Businessplan 

Zeitdruck, Unsicherheit und viel Arbeit: Ein Businessplan ist aufwändig und mit Stress verbunden. Kein Wunder, schließlich geht es um Deinen ersten Schritt in die Selbstständigkeit! Wir haben an dieser Stelle natürlich auch die häufigsten Fehler zusammengetragen – und wie Du sie für einen erfolgreichen Start vermeidest. 

  • Verwende keinen fertigen Businessplan: Lass Dich von Musterbeispielen inspirieren, prüfe welche Inhalte oder Kapitel dort behandelt werden oder finde heraus, wie vergleichbare Unternehmen aus Deiner Branche vorgegangen sind. Aber erstelle Deinen Businessplan selbst. So hast Du einen guten Leitfaden, um eigenes Material zu sammeln und zu strukturieren. Denn jedes Unternehmen ist anders: Wenn Du einen fremden Plan 1:1 übernimmst, wird damit von Deiner eigenen Idee oft nur das Grundgerüst vermittelt.
  • Du musst wissen, wovon Du redest: Auch als Neueinsteiger musst Du wissen, was hinter Fachbegriffen zu Rechtsform, Steuern, Cashflow, Finanzplanung oder Liquiditätsplanung steckt. Sonst verspielst Du das Vertrauen Deiner Adressaten und damit Deine Chance auf Erfolg. 
  • Stell Dich als Gründer in den Fokus! Deine Idee ist entscheidend. Aber auch Deine eigene Qualifikation bzw. die Qualifikation Deines Gründungsteams ist für Investoren ausschlaggebend.
  • Betreibe gründliche Marktforschung: Natürlich bist Du von Deinem Produkt überzeugt. Aber was sagt Deine Zielgruppe dazu? Durch eine Marktanalyse zeigst Du, dass Deine Idee auf ein aktuelles Bedürfnis trifft. Außerdem sammelst Du dabei wertvolles Feedback, um Dein Produkt erfolgreich zu entwickeln. 
  • Behalte den Wettbewerb im Blick: Wenn Du Dein Produkt im Businessplan als “konkurrenzlos” darstellst, werden Geldgeber in der Regel misstrauisch. Hilfreicher ist es, die Konkurrenz ehrlich zu beleuchten und Dein Produkt durchdacht zu positionieren.
  • Definiere Deine Vertriebswege: Zur Neukundengewinnung und Kundenbindung gehört nicht nur gutes Marketing. Du musst Deine Kunden auch mit Deinem Produkt erreichen können. Ob Werbung oder Vertrieb, beides kostet Geld. Diese Ausgaben solltest Du im Blick haben.
  • Bleibe bei der Finanzplanung realistisch: Rechne damit, dass Du gerade am Anfang längere Durststrecken überwinden musst. Viele Gründer planen mit ausgesprochen optimistischen Umsatzkurven und erreichen in der Theorie schnell die Gewinnzone. In der Praxis hingegen lässt der Break-Even aber meist 12–18 Monate auf sich warten. Wenn das passiert, fällt der tatsächliche Kapitalbedarf höher aus als erwartet, und ein Engpass in der Liquidität ist oft heikel. Plane also lieber einen Kapital-Puffer im Rahmen Deines Businessplans ein, um das zu vermeiden.
    Sabine Amler

    Sabine Amler

    Senior Content Manager

    Als gelernte Buchhändlerin kennt Sabine beide Seiten der Ladentheke. Bei ready2order kümmert sie sich im Bereich SEO und Marketing um Website, Blog und Lexikon. 

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