Unternehmensführung

Leitfaden: Neue Mitarbeiter einarbeiten

Sabine Amler
Von Sabine Amler | Zuletzt aktualisiert: 5.26.2022
Gruppe von Kollegen arbeitet an einem Laptop

Gut geschultes Personal ist essenziell für Dein Unternehmen – das gilt für Einzelhandel und Gastronomie genauso wie für Dienstleistung und Handwerk. Fachkenntnis zählt dabei ebenso wie ein freundlicher Umgang mit der Kundschaft: Erfahrung und Ausbildung sind unersetzlich. In diesem Artikel erhältst Du wertvolle Tipps zum Onboarding und zur erfolgreichen Einarbeitung neuer Mitarbeiter:innen. 

1. Plane eine sinnvolle Einarbeitung.

Ein sinnvolles Onboarding beginnt bereits am ersten Arbeitstag. Überlege Dir im Vorfeld, in welchem Bereich und wie Du mit der Einarbeitung beginnen willst:

  • Welche Aufgaben sollen sie zuerst kennenlernen?
  • Wer kann diese Aufgaben am besten vorstellen und erklären?
  • Wie werden Computerprogramme oder Abläufe am besten verständlich?
  • Welche Geräte/Werkzeuge/Bekleidung musst Du bereitstellen?
  • Welche Zugänge und Passwörter brauchen neue Angestellte?
  • Benötigst Du Materialien wie Whiteboards, Testzugänge etc.?

Je nach Betriebsgröße und -art kann der Einarbeitungsplan hier natürlich unterschiedliche Schwerpunkte setzen.

Nützliches Instrument zur Einarbeitung: Rollenspiele

Rollenspiele sind die einfachste Möglichkeit, um neue Mitarbeiter:innen im Umgang mit Kunden, Lieferanten oder Kollegen aus anderen Abteilungen zu schulen. Hier kann der richtige Umgang zwanglos und unter Anleitung geübt werden.

Dazu könne thematisch etwa folgende Bereiche gehören:

  • Umgang mit den wichtigsten Kundentypen: Wer sollte wie behandelt werden?
  • Verhalten bei Reklamationen: Welche Regeln und wie viel Kulanz gehört dazu?
  • Verhalten bei Konflikten: Wie werden sie intern und extern gelöst?
  • Einführung von Arbeitsabläufen

Während eines Rollenspiels können verschiedene Verhaltensweisen getestet und optimale bzw. alternative Lösungen eingeübt werden. Das hilft nicht nur Neueinsteigern dabei, sich dem “guten Ton” Deines Unternehmens entsprechend zu verhalten.

Damit der Einstieg ins Rollenspiel möglichst leicht fällt, hier ein paar Rahmenbedingungen, um die Stimmung aufzulockern:

  • Entwickle Rollenspiele aus echten Alltagssituationen: Beobachte Deine Angestellten im Geschäft und sammle geeignete Fallbeispiele.
  • Rollenspiele müssen nicht im gesamten Team stattfinden: Manchen Menschen fällt es leichter, im kleinen Rahmen in eine Rolle zu schlüpfen, als in großer Runde “vorgeführt” zu werden.
  • Vermeide einen unnötig formalen oder unnatürlichen Rahmen: Rollenspiele müssen nicht immer geplant stattfinden. Du kannst auch eine ruhige Minute im Betrieb nutzen, um “nebenbei” in eine Kunden- oder Lieferantenrolle zu schlüpfen.
  • Beschleunige das praktische Rollenspiel mit Theorie: Mit der Frage “Was würdest Du tun?” kann jeder eine eigene Lösung vorschlagen statt sie vorspielen zu müssen.

Finde das Gleichgewicht zwischen Regeln und Freiraum

Regeln sind wichtig für den reibungslosen Betriebsablauf. Natürlich muss es bestimmte Grundregeln geben, an die sich jeder hält. Wer gleichzeitig offen für neue Wege ist, kann nur gewinnen: Gerade neue Mitarbeiter:innen bringen oft einen frischen Blick auf die Strukturen mit. Wenn hier gute Verbesserungsvorschläge auftauchen, nutze sie als Inspiration für weitere Neuerungen.

So können sich Deine Mitarbeiter:innen besser entfalten: Wenn nicht alles bis in die kleinste Einzelheit vorgegeben ist, sind individuelle Lösungen möglich – und werden auch motivierter gesucht. 

Jeder Kunde – und jeder Angestellte – ist anders, deshalb sollte es hier keine zu strikten Regeln geben. Das Wichtigste ist, den Kunden so zufriedenzustellen, dass Dein Betrieb rentabel arbeitet. Deine präferierte Lösung solltest Du von Anfang an vermitteln: Deine Mitarbeiter müssen etwa wissen, wann sie Umtausch/Rückgabe oder eine Speise/Getränk aufs Haus anbieten dürfen.

2. Einarbeitung wirklich durchziehen

Gerade wenn neue Kräfte dringend gebraucht werden, kommt die Einarbeitung oft zu kurz. Seien wir ehrlich: Das “erkläre ich Dir später” findet so gut wie nie statt. Deswegen ist es wichtig, eine sorgfältige Einarbeitung auch bei Zeitdruck durchzuführen.  

Diese Checkliste kann Dir helfen, Überblick zu bewahren:

  • Dauer der Einarbeitung: Stelle einen Einarbeitungsplan mit ausreichend Zeit auf, um neue Mitarbeiter nicht nur in ihre Aufgaben einzuführen, sondern sie auch den anderen Kollegen und Kolleginnen vorzustellen. So lernen sie Ansprechpartner und andere Bereiche gleich zu Beginn kennen.
  • Genaue Planung: Überlege Dir vor Arbeitsbeginn eines neuen Mitarbeiters, was er oder sie in der ersten Woche wissen muss und was auch später vermittelt werden kann.
  • Berücksichtige Lerntypen und -methoden: Lerne Deine Mitarbeiter kontinuierlich besser kennen und berücksichtige ihre unterschiedlichen Bedürfnisse. Bei Einarbeitung und im Arbeitsalltag hat jeder seine individuellen Stärken und auch Bereiche, in denen er mehr Unterstützung braucht. Hier helfen Feedbackgespräche und ein offener Blick.
  • Gewähre Freiraum: Mache neue Mitarbeiter mit den Regeln Deines Betriebs vertraut, aber behalte ein offenes Ohr für gute Ideen oder Veränderungen. Auch kleine Fehler zu Beginn müssen Dir keine Sorgen bereiten – aus Fehlern lernt Dein Personal. Wichtige Regeln sollten nur nicht wissentlich oder wiederholt missachtet werden.

Einarbeitung im Einzelhandel 

Als Erstes kommt die Betriebsbegehung: Führe neue Mitarbeiter:innen durch den Betrieb und informiere sie zu Anfang allgemein zu Deinen Produkten. Dabei kannst Du auch die Kollegen und Kolleginnen vorstellen sowie Lager und Wareneingang zeigen.

Im nächsten Schritt erklärst Du, wie Warenwirtschaft und Kassensystem funktionieren: Wenn Du ready2order verwendest, kannst Du dafür den Testmodus der Kassenoberfläche nutzen. Nenne dabei auch die ready2order Supportseite, damit Deine Mitarbeiter:innen sich jederzeit Hilfe bei Fragen zum Umgang mit dem POS-System holen können.

Außerdem zählt natürlich der Umgang mit Kunden und Kundinnen. Informiere Dein Team hier umfassend über die Etikette Deines Betriebs. Schon einfache Stichpunktlisten, besser noch ein kleines Handbuch oder Video können hier sehr hilfreich sein. 

Einarbeitung in der Gastronomie

Auch in der Gastro beginnst Du mit einer Besichtigung: Zeige Küche, Lager und Tischbereiche, erklärst erste Besonderheiten und stelle das bestehende Team vor. Das gilt natürlich umso mehr, wenn Du erst in naher Zukunft Dein Restaurant eröffnen möchtest.

Nachdem Du über Arbeitsabläufe informiert und die zukünftigen Zuständigkeiten vorgestellt hast, kommt auch hier der Umgang mit dem Kassensystem. Mit der Cloud-Software von ready2order können Deine Mitarbeiter in den Trainingsmodus wechseln, um den Umgang mit dem neuen System sozusagen “gefahrlos” zu erlernen.

Außerdem kannst Du unterschiedliche Mitarbeiterrechte vergeben, beispielsweise

  • Login ausschließlich in die Kassen- oder zusätzlich in die Verwaltungsoberflächen
  • Tag eröffnen
  • Tagesabschluss durchführen
  • Umsätze anderer Mitarbeiter:innen sehen
  • Statistiken und Berichte zu Umsätzen oder Produkten ansehen

So kannst Du neuen Mitarbeitern Schritt für Schritt über mehr Verantwortung übertragen.

3. Arbeite mit regelmäßigem Feedback. 

Feedback ist eine der besten und wichtigsten Methoden, um die Motivation und Entwicklung Deiner Mitarbeiter:innen zu gewährleisten. In regelmäßigen Feedbackgesprächen könnt ihr gemeinsam reflektieren, wo Verbesserung möglich ist und wo Lob angesagt ist. Auch Deine Angestellten haben so die Möglichkeit, Dich bzw. ihre Vorgesetzten zu beurteilen und Verbesserungsideen einzubringen. 

Offene Gespräche, berechtigtes Lob, Anerkennung und transparente Kommunikation über geplante Veränderungen sorgen so dauerhaft für ein gutes Arbeitsklima.

4. Biete Fortbildungen und modulares Training

Auch wenn die neuen Mitarbeiter ein umfassendes Einarbeitungsprogramm abgeschlossen haben, sollten immer wieder Auffrischungen und neue Reize geboten werden. Mit Feedbackgesprächen kannst Du Fortbildungen planen, Arbeitsabläufe optimieren und allgemein “frischen Wind” in Deinen Betrieb bringen. Auf diese Weise können sich Deine Mitarbeiter:innen tatsächlich kontinuierlich verbessern, was Motivation und Engagement nochmal steigert – und damit auch zu Deinem Erfolg beiträgt.

Schritt für Schritt zu mehr Verantwortung

Eine gute Einarbeitung legt den Grundstein dafür, dass sich Deine Mitarbeiter:innen in Deinem Betrieb wohlfühlen und ihre Arbeit jeden Tag mit der größtmöglichen Motivation erledigen. Und das ist nicht nur gut für Dein Personal: Auch Kundschaft und Gäste fühlen sich dank kompetenter Betreuung gut aufgehoben fühlen und kommen gern wieder. 

Guten Angestellten kannst Du außerdem zunehmend mehr Verantwortung übertragen und somit Deine Arbeit als Unternehmer:in so effektiv gestalten wie möglich – eine gute Einarbeitung schafft also eine Win-Win-Situation für alle.

... und wenn es dann doch nicht passt?

Gutes Personal ist der Schlüssel zum Erfolg – doch wenn sich Einstellungen als Fehlgriff erweisen, solltest Du alles richtig machen, wenn Du Mitarbeiter kündigen musst: Lies nach, worauf Du als Arbeitgeber:in achten solltest.

Sabine Amler

Sabine Amler

Senior Content Manager

Als gelernte Buchhändlerin kennt Sabine beide Seiten der Ladentheke. Bei ready2order kümmert sie sich im Bereich SEO und Marketing vor allem um Online-Inhalte wie Blog und Lexikon. 

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