Rechtliches

Kassensicherungsverordnung 2020 & 2021: Die wichtigsten Infos zur KassenSichV

Von Sabine Amler | Zuletzt aktualisiert: 10.6.2021

Die Kassensicherungsverordnung regelt die Anforderungen an Sicherungs- und Aufzeichnungssysteme von Kassensystemen. Mit der KassenSichV geht das Finanzamt gegen Kassenmanipulationen vor: Seit 2020 müssen Unternehmer mit einer elektronischen Registrierkasse ihre sämtlichen Kassenvorgänge nicht mehr nur per Bon belegen – die Vorgänge müssen auch manipulationssicher gespeichert werden und jederzeit dem Finanzamt zur Verfügung stehen können.

Wie wird die KassenSichV umgesetzt?

Neben den GoBD (2017) gibt die KassenSichV die Rahmenbedingungen für eine korrekte Kassenführung vor. Die sogenannte Fiskalisierung bezeichnet die praktische Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben, die folgende Punkte umfasst: 

1. Bonpflicht

Seit Frühjahr 2020 muss laut Belegausgabepflicht – besser bekannt als Bonpflicht – zu jedem Geschäftsvorgang ein Beleg mit bestimmten Pflichtangaben ausgestellt und dem Kunden “in unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang” angeboten werden. 

2. Technische Sicherheitseinrichtung (TSE)

Ab dem 1. Januar 2020 müssen Kassensysteme durch eine (zertifizierte) Technische Sicherheitseinrichtung (TSE) geschützt sein. Diese Vorrichtung zeichnet alle Geschäftsvorfälle zu Barumsätzen lückenlos auf, sodass Umsatzdaten nicht mehr nachträglich verändert oder gelöscht werden können. 

3. DSFinV-K 2.0

Teil der TSE ist eine Exportschnittstelle: Sie ermöglicht, dass alle Kassendaten jederzeit und in einer bestimmten Form zur Nachprüfung ans Finanzamt weitergeleitet werden können. Die Anforderungen an diesen Standard wurden 2019 mit der „Digitalen Schnittstelle der Finanzverwaltung für Kassensysteme“ – kurz DSFinV-K 2.0 – veröffentlicht. 

4. Kassenmeldepflicht

Die Meldepflicht von Kassensystemen besagt, dass alle elektronischen Registrierkassen mit der zugehörigen TSE beim zuständigen Finanzamt gemeldet werden müssen.

Die Vorteile der KassenSichV für Unternehmer

Noch mehr neue Vorschriften – das klingt erst einmal nicht begeisternd. Doch die Investition in die Maßnahmen, um die Kassensicherungsverordnung zu erfüllen, können sich für Unternehmer auch auszahlen. Denn sie erleichtern die Buchführung und den Umgang mit dem Finanzamt:

  • Manipulationssicherheit: Deine Daten können nicht mehr manipuliert werden. Das bedeutet für Dich als Unternehmer auch, dass Deine Kasse vor unerlaubten Zugriffen Dritter sicher ist und Du Dich sorglos auf Deine Mitarbeiter verlassen kannst. 
  • Rechtssicherheit: Bisher musstest Du als Unternehmer beweisen, dass Deine Aufzeichnungen korrekt geführt waren – mit einer zertifizierten TSE ist es nun umgekehrt. Das Finanzamt geht nun nämlich davon aus, dass Deine Kassendaten vollständig und richtig sind. 
  • Einfachheit: Mit dem einheitlichen Datenstandard DSFinV-K kannst Du sämtliche Aufzeichnungen jederzeit standardisiert beim Finanzamt nachweisen – und brauchst dafür nicht mehr als ein paar Klicks. 

Bist Du vorbereitet? 

Wer ein elektronisches Kassensystem betreibt, muss sich an die KassenSichV halten. Eine digitale Kasse zu nutzen, die nicht den aktuellen Rechtsvorschriften entspricht, kann empfindliche Strafen nach sich ziehen:

  • Fehlende oder fehlerhafte Aufzeichnung von Geschäftsvorfällen können zu 5.000 Euro Bußgeld führen.
  • Ein digitales Kassensystem ohne TSE kann mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro geahndet werden.
  • Keine Belege/Bons für Kunden und Gäste können bis zu 25.000 Euro Bußgeld und strengere Kontrollen des Finanzamts nach sich ziehen.

Kann eine Registrierkasse nicht mehr aufgerüstet werden, steht alternativ die Anschaffung einer neuen elektronischen Registrierkasse an. Erkundige Dich also bei Deinem Kassenanbieter, ob Dein Kassensystem weiterhin regelkonform arbeitet und beschäftige Dich rechtzeitig mit der nötigen Aufrüstung. Warte außerdem nicht ab, bis alle Fristen für Umstellungen verstrichen sind, sondern arbeite immer gleich mit dem aktualisierten System: So hast Du in der Übergangszeit etwas Spielraum, falls doch noch etwas angepasst werden muss.

Übrigens: Mit ready2order bist Du immer auf der sicheren Seite. Wir sorgen dafür, dass unsere Kassensysteme allen aktuellen Anforderungen entsprechen.

    Sabine Amler

    Senior Content Manager

    Als gelernte Buchhändlerin kennt Sabine beide Seiten der Ladentheke. Bei ready2order kümmert sie sich um alles, was man mit 26 Buchstaben plus Umlaute ausdrücken kann. Dabei trägt sie nahezu ständig Kopfhörer und hört jede Menge Rock’n’Roll – natürlich mit guten Texten.

    Haftungsausschluss: Unsere Beiträge stellen ausschließlich unverbindliche Informationen ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität dar. Es handelt sich dabei um keine Rechts- oder Steuerberatung und erhebt keinesfalls den Anspruch, eine solche darzustellen oder zu ersetzen.