Gründung

Foodtruck eröffnen – So wird's gemacht

Von Kristin Köck | Zuletzt aktualisiert: 10.6.2021

Einfach drauflosfahren, dann die Klappe öffnen und direkt die frisch zubereiteten Speisen verkaufen: Der Traum vom eigenen Street-Restaurant-Business ist verlockend. Damit es mit dem eigenen Imbisswagen klappt, haben wir von Marktanalyse über vorgeschriebene Behördengänge bis zur perfekten Ausstattung das Wichtigste für die Gründung zusammengefasst.

Checkliste: Welche Gerichte eignen sich für den Foodtruck?

Am Anfang steht die Frage, welche Speisen Du in Deinem Food Truck anbieten möchtest. Burger und Pommes, asiatisches Streetfood, Ofenkartoffel mit diversen Toppings oder...? Hauptsache, man kann es aus der Hand essen:

  • Welche Gerichte sind in der Region beliebt, die ich ansteuern möchte?
  • Was wird hier schon angeboten und was fehlt in der mobilen Gastronomie noch?
  • Wie groß ist die Region?
  • Wie ist das Preisniveau in dieser Gegend?
  • Sind hier bereits andere Food Trucks mit Catering vertreten?
  • Welche Gerichte kann ich realistisch betrachtet zubereiten?

Welche Genehmigungen brauche ich für einen Foodtruck?

Um einen Food Truck betreiben zu können, brauchst Du eine Erlaubnis. Hier ist eine Gewerbeanmeldung als Gastronomiebetrieb notwendig. Auch die Buchhaltung ist wichtig: Je nach Umsatz musst Du zumindest im ersten Jahr möglicherweise noch keine Steuererklärung abgeben. Wenn Du noch unter die Kleinunternehmerregelung fällst, genügt es, wenn Du eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung (E/A-Rechnung) beim Finanzamt einreichst.

Die Ausübung des Gewerbes ist außerdem an einen bestimmten Standplatz gebunden und bei der örtlich zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde anzumelden. Das bedeutet, dass ein spontanes Verkaufen an frei gewählten Orten nicht möglich ist: Wer von unterschiedlichen Standorten aus verkaufen möchte, brauchte eine Genehmigung für jeden einzelnen Standort notwendig.

Zusätzlich zur Gewerbeanmeldung ist für gastgewerbliche Betriebe eine Betriebsanlagengenehmigung erforderlich. Die Zuständigkeit liegt ebenfalls bei der örtlichen Behörde und Gewerbeamt. Auch beim Gesundheitsamt, Versicherungen und Berufsgenossenschaften solltest Du Dich nach Vorgaben erkundigen.

Um ein Gastgewerbe ausüben zu dürfen, braucht man außerdem gemäß österreichischer Gastgewerbe-Verordnung die notwendige fachliche Qualifikation (Ausbildung, Schule, Lehre bzw. Tätigkeit) oder man weist diese durch eine Befähigungsprüfung nach.

Welche Ausstattung braucht mein Foodtruck?

Die Küche ist das Herz Deines Foodtrucks. Du brauchst z. B.:

  • Wassertanks für Frischwasser und Abwasser
  • Arbeitsflächen aus Edelstahl
  • Kühleinheit
  • Herd bzw. Ofen
  • Spritzschutz
  • Stauraum für Lebensmittel, Arbeitskleidung und Co.

Bei der Wahl und Ausstattung des Foodtrucks musst Du die jeweilige Gewerbeordnung beachten. Beachte zum Beispiel Regelungen zu rutschfestem Boden und Raumhöhe ebenso wie Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnungen sowie Hygienevorschriften. Die Abluft muss ordentlich funktionieren, die Stehhöhen den Vorgaben entsprechen und auch die Ausstattung mit Schutzschaltern ist genau vorgeschrieben.

Worauf muss ich beim Kauf eines Foodtrucks achten?

Wenn Du einen fertigen Food Truck kaufst, solltest Du ihn im Idealfall vorher testen. So weißt Du genau, welche Geräte Du in Deinem Truck brauchst, wie diese angeordnet sein müssen und wie viele Personen gleichzeitig Platz haben müssen.

Idealerweise lässt Du Deinen eigenen Streetfood-Wagen bei einem geeigneten Foodtruck-Hersteller anfertigen. Dies ist wesentlich billiger, als wenn Du Dir einen eigenen, komplett individuellen Foodtruck bauen lässt. Liebhaber können aber auch einen Step Van kaufen oder traditionellen Food Truck aus den USA importieren und anpassen (lassen). Mit etwas Glück kannst Du auch einen geeigneten Food Truck gebraucht kaufen.

Selbstständig mit einem Food Truck: Wie selber ausbauen?

Bevor der Food Truck ausgebaut wird, muss geklärt werden, welche Energiequelle Du nutzen willst. Strom ist für Elektrogeräte wichtig – Gas wird jedoch beim Kochen oftmals bevorzugt. Natürlich ist eine Kombination aus beidem möglich.

Neben der Küchenausstattung ist auch der Verkaufsprozess wichtig. Speisen verkaufen, Zutaten bestellen, Buchhaltung führen – all das kannst Du platzsparend mit einer mobilen Kasse lösen. Der readyGo von ready2order ist zum Beispiel ein eigens für die mobile Gastronomie optimiertes Gerät.

Achtung: Achte beim Ausbau des Trucks das erlaubte Maximalgewicht. Neben allen eingebauten Geräten zählen dazu nämlich auch die Personen im Truck. Bei einem Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen benötigst Du hier bereits einen Führerschein der Klasse C-1.

Wie erreiche ich Kunden mit dem Foodtruck?

Dein Foodtruck sollte von Anfang an bekannt gemacht werden. Der erste Schritt dazu kann die Eintragung in der Foodtrucks-App sein. Dadurch werden bereits an Streetfood interessierte Kunden auf Deinen Truck aufmerksam, wenn sie sich in der Nähe Deines Verkaufsstandorts aufhalten.

Auch eine Facebook-Seite kann Deinen Betrieb unterstützen: Poste regelmäßig über Angebot und Aktivitäten, biete Probeessen an und agiere mit Deinen Followern.

Auch Printwerbung wie Flyer sind vor allem in der Anfangszeit wichtig. Besuche Unternehmen in der Nähe Deines Verkaufsstandorts, erzähle dort von Deinem Food Truck, bietet idealerweise Probehäppchen an und verteile Deine Flyer dort: Je mehr Menschen Du vor dem Start erreichst, desto einfacher erarbeitest Du Dir eine feste Kundengruppe.

Wird mein Foodtruck erfolgreich sein?

Ein Businessplan, der alle Schwächen und Stärken, Chancen und Risiken vorab ins Visier nimmt, hilft Dir, Dein Unternehmen mitsamt Kosten und Finanzierung besser zu planen. Dass alles klappt, lässt sich nicht garantieren, denn die Wirklichkeit hält immer unerwartete Überraschungen bereit. Darum solltest Du auch nach allen notwendigen Einstiegsinvestitionen ein finanzielles Sicherheitspolster für ca. 6 Monate bewahren und auch einen Plan B machen: Was kannst Du tun, wenn der Erfolg auf sich warten lässt? 

Idealerweise testest Du Deine Geschäftsidee schon vor den ersten größeren Schritten, wie etwa dem Kauf eines Fahrzeug - z.B. mit einem Stand auf dem Wochenmarkt. Das gibt Dir die Möglichkeit, Geschmacksrichtungen und Zubereitungsarten zu testen, zu verfeinern, Deine Preiskalkulation zu überprüfen und Dein Konzept aktiv nach außen zu tragen.

  • Beginne bei Freunden und Verwandten und setze ihr Feedback notwendigenfalls vorurteilslos und pragmatisch um. Miete z.B. eine Location, lade so viele Gäste wie möglich zu einem Probeessen ein und bitte sie um eine Beurteilung mit einem standardisierten Fragebogen.
  • Erweitere die Testphase dann auf öffentliche Veranstaltungen, indem Du zum Beispiel einen Foodwagen auf einem Street-Food-Festival mietest. Hier kannst Du unter realen Bedingungen feststellen, wie Kunden auf Deine Gerichte und Preise reagieren. Außerdem bietet der kleine Stand auch die richtigen Rahmenbedingungen, um Kochen und Verkaufen auf engem Raum und unter Stress auszuprobieren. 
  • In dieser Probephase kannst Du Deine Tester auch schon auf Deinen zukünftigen Food Truck aufmerksam machen und damit idealerweise einen ersten Kreis von Interessierten aufbauen, damit schaffst Du die ersten Grundlagen für ein effektives Empfehlungsmarketing.

Beste Voraussetzungen schaffen

In einem Foodtruck sollten die Arbeitsabläufe so praktisch und schnell wie möglich sein. Dazu kommen schnell und qualitativ hochwertig zubereitete Speisen. Eine vereinfachte Buchführung, schnelle Rechnungserstellung und detaillierte Warenwirtschaft tragen ebenfalls zum Erfolg bei: Und genau hier unterstützt Dich das Kassensystem von ready2order – alles für Deinen Erfolg.

Kristin Köck

ehem. Social Media & Content Manager

Bis 2019 war Kristin als Social Media Manager und Content Creator bei ready2order für alle Social Media-Kanäle zuständig.