Rechtliches

Steuersätze: Worauf du achten musst und was sich jetzt ändert

Von Matthias Hauer | Zuletzt aktualisiert: 10.30.2020

Steuersätze – wir alle kennen sie, doch nicht alle verstehen, wie sie angewendet werden. In diesem Artikel möchten wir euch die Umsatzsteuer für Österreich näher erklären!

Was bedeutet Umsatzsteuer?

Die Umsatzsteuer ist die Steuer, die für eine Ware oder eine Dienstleistung bezahlt werden muss. Grundsätzlich gilt, dass der Endverbraucher diese bezahlt. Der Unternehmer muss diese jedoch für den Endverbraucher an das Finanzamt abführen.

Sollte ein Unternehmen Waren an ein anderes Unternehmen weiterverkaufen, zählt bei dieser Transaktion das zweite Unternehmen nicht als Endverbraucher; deshalb kann diese Umsatzsteuer vom Finanzamt zurückerstattet werden. Dieser Betrag wird als “Vorsteuer” definiert.

Die Umsatzsteuer gilt in Österreich laut § 1 Abs 1 UStG grundsätzlich für alle Leistungen, welche ein Unternehmen (oder eine selbständige Person) in Österreich gegen Entgelt erbringen. Hinweis: auch der Verkauf von Waren gilt als erbrachte Leistung!

Was ist der Unterschied zwischen Umsatzsteuer, Mehrwertsteuer und Vorsteuer?

Als Umsatzsteuer bezeichnet man die Steuer, die für einen Kunden oder Dienstleistungsnehmer im Kaufpreis inkludiert wird und auf den Rechnungen separat ausgewiesen werden muss. Die Vorsteuer wird von Unternehmen bezahlt, wenn sie selber Waren und Dienstleistungen kaufen oder beanspruchen. Obwohl auf der Rechnung hier auch von der Umsatzsteuer die Rede sein kann, gilt diese aus der Sicht des Käufers als Vorsteuer, und kann von Unternehmen bei der Steuererklärung vom Finanzamt zurückgeholt werden. 

Somit sprechen wir bei diesen beiden Begriffen zwar von der gleichen Steuer, allerdings aus zwei verschiedenen Sichtweisen. Wenn Unternehmer von ihren eigenen Ausgaben sprechen, wird die Vorsteuer gemeint, und wenn sie von ihrem Umsatz sprechen, dann wird hier die Umsatzsteuer gemeint sein.

Und was ist dann die Mehrwertsteuer?
“Mehrwertsteuer” ist ein eher älterer Begriff, der heutzutage umgangssprachlich anstelle von Umsatzsteuer verwendet wird. Tatsächlich bedeuten beide Begriffe das gleiche, und sind auch untereinander – zumindest umgangssprachlich – austauschbar!

Welche Steuersätze gelten in Österreich?

(In Österreich ist der Normalsteuersatz 20 %. Dieser ist im B2C Bereich üblicherweise schon im Preis inkludiert (im Gegensatz zu den USA, zum Beispiel) und muss auf der Rechnung gesondert angeführt werden.)

Darüber hinaus gibt es zwei ermäßigte Steuersätze, zu jeweils 10 und 13 %. In Österreich gilt in der Gastronomie für Getränke - grundsätzlich - der Normalsteuersatz, Speisen werden allerdings mit 10% USt. verrechnet. Werden auf einer Rechnung sowohl Speisen als auch Getränke verrechnet, so sind beide Steuersätze jeweils anzuführen!

readyInsight: Welche Gegenstände diesen Steuersätzen obliegen erfährst du ganz einfach bei der Wirtschaftskammer oder bei deinem Steuerberater!

Steuersatz-Änderung wegen COVID-19

Durch die Umsatzausfälle der COVID-19 Krise wurden Gastronomie-Betriebe stark beansprucht. Um finanzielle Abhilfe zu leisten, wurde von der österreichischen Regierung beschlossen, die Umsatzsteuer teilweise zu senken.

Es gibt allerdings bestimmte Kriterien die zu erfüllen sind, damit die Änderung auch für dich gilt. In Österreich gilt der geänderte Steuersatz bislang nur für offene, nicht-alkoholische Getränke. Die Voraussetzung, dass die Getränke offen ausgeschenkt werden müssen, dient als Abgrenzung zum Handel. Für diesen ist bisher keine Senkung geplant. Auch alkoholische Getränke sind nicht betroffen – daran hindert das EU-Gesetz. 

Wie auch in Deutschland gilt die Änderung ab 1. Juli und ist bis Ende des Jahres befristet.

Ob die Steuersenkung den Preis für Konsumenten beeinflussen wird, liegt in der Hand der Unternehmer.

Update, 28.6.2020:
Die österreichische Regierung hat eine Umsatzsteuer-Änderung für Gastronomie und Kultur eingesetzt – der einheitliche Steuersatz für Getränke und Speisen beträgt nurmehr 5%.  Wie auch die zuvor angekündigte Maßnahme, gilt die Steuersenkung ab 1.7 und ist bis Ende des Jahres befristet.

Hier kannst du mehr zu dem Thema nachlesen: https://www.derstandard.at/story/2000118170553/lenkt-oesterreich-wegen-schnitzelsteuer-bei-eu-hilfsfonds-ein

readyInsight: Wie du die Umsatzsteuer für Produkte in deiner Verwaltungsoberfläche bei ready2order ändern kannst, erfährst du hier.

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Anmerkung: Trotz sorgfältiger Prüfung und Ausarbeitung der Materie erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Bei weiteren Fragen zu Steuern und Steuersätzen wende dich bitte an deinen Steuerberater. Bei allen personenbezogenen Bezeichnungen gilt die gewählte Form für beide Geschlechter!

Matthias Hauer

Produktmanager Compliance

Als Produktmanager bei ready2order legt Matthias den Fokus auf Compliance. Er stellt sicher, dass in unserer Software sämtliche rechtlichen Anforderungen berücksichtigt werden und das Zusammenspiel mit der Buchhaltung funktioniert. Ob RKSV in Österreich, oder GoBD, TSE und DSFinV-K in Deutschland - Matthias behält als ausgebildeter Steuerberater den Überblick. Wenn er nicht gerade mit rechtlichen Themen beschäftigt ist, verbringt er seine Zeit gerne in den Bergen und macht Sport.