Rechtliches

Mehrwertsteuer 2021: Aktuelle Steuersätze im Überblick!

Von Julie Mayrhofer | Zuletzt aktualisiert: 2.1.2021

Die Bundesregierung und das Wirtschaftsministerium haben beschlossen, das Corona-Steuerhilfegesetz nicht zu verlängern. Wie von Experten bereits vorgeahnt, bedeutete die Senkung der Mehrwertsteuer große Verluste für den Staatshaushalt, zeigte jedoch eine geringe Wirkung für Unternehmen. 

Mehrwertsteuersenkung: Das Corona-Steuerhilfegesetz

Um die Umsatzverluste durch die Corona-Krise auszugleichen, beschloss die Bundesregierung eine Senkung der Mehrwertsteuer von Juli 2020 bis zum Jahresende 2020. Die Nachfrage von Konsumenten auf Waren und Dienstleistungen hätte durch die reduzierten Preise gesteigert werden sollen. 

Eine andere Möglichkeit war, den Preis auf Kundenseite gleich zu belassen und dadurch den Gewinn für Unternehmen zu erhöhen.

Während die Mehrwertsteuersenkung für Konsumenten bei kleinen Beträgen kaum zu spüren war, wurde bei großen Anschaffungen lieber gespart. Durch diesen Trend ließ der Wirtschaftsaufschwung auf sich warten.

Immerhin 20 Milliarden Euro an Steuergeld entging dem Staat durch das Steuerhilfegesetz. Da die Maßnahme nicht die gewünschte Wirkung zeigte, wurde im Dezember 2020 beschlossen, die Mehrwertsteuersenkung nicht zu verlängern. Mit Jahresbeginn wurde für den Handel wieder auf die ursprünglichen Steuersätze umgestellt: Die reguläre Steuer von 19% und den ermäßigten Steuersatz von 7%.

Ausnahmeregelung für die Gastronomie bis 30.6.2021

Für Restaurants bzw. Gastronomen läuft die Umstellung etwas anders ab: Für sie endet das Steuerhilfe-Gesetz erst mit Ende Juni 2021. Für Speisen in der Gastronomie gilt von 1.1.2021 bis 30.6.2021 der ermäßigte Steuersatz von 7%. Das Gastronomiegewerbe sollte so unterstützt werden und die wirtschaftlichen Auswirkungen minimiert werden. Der Steuersatz für Speisen, die im Haus konsumiert werden, ist somit derselbe wie für Take-Away Konsum.

Der befristete ermäßigte Steuersatz von 5%, der von der Regierungskoalition auf den Weg gebracht wurde, endete bereits mit 31. Dezember 2020.

Achtung: Für Getränke gilt nach wie vor der reguläre Steuersatz! 

Gastro-Mehrwertsteuersätze im Überblick:

Seit 1. Januar 2021 bis 30. Juni 2021:

  • Verkauf von Speisen vor Ort: ermäßigt 7 Prozent .
  • Verkauf von Speisen für Take-Away: ermäßigt 7 Prozent.
  • Verkauf von Getränken, egal ob im Haus oder außer Haus, regulär 19 Prozent.

Ab 1. Juli 2021:

  • Verkauf von Speisen vor Ort: 19% Prozent.
  • Verkauf von Speisen für Take-Away: ermäßigt 7 Prozent.
  • Verkauf von Getränken, egal ob im Haus oder außer Haus, regulär 19 Prozent.

Ausnahmefälle bei Getränken: Latte Macchiato besteht zu 75% aus Milch, welche als Grundnahrungsmittel mit 7% besteuert wird. Somit gilt für den Latte Macchiato die Mehrwertsteuer von 7%, unabhängig davon, ob er im Haus oder außerhalb konsumiert wird (Anlage 2 UStG). 

Liste der Steuersätze in Deutschland

Vor der Corona-Krise galt in Deutschland der reguläre Steuersatz von 19% und der ermäßigte Steuersatz von 7%. Auf diese Steuer wird nach Ende des Steuerhilfegesetzes auch wieder umgestellt.

Hier findest Du eine Liste von Leistungen, die mit ermäßigten 7 Prozent besteuert werden: http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/anlage_2.html

Manche Leistungen sind gleich ganz von der Umsatzsteuer befreit. Hier findest Du die Liste dazu: http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__4.html 

Begriffserklärung: Umsatzsteuer oder Mehrwertsteuer?

Mit Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer ist am Ende derselbe Begriff gemeint. Der Begriff Mehrwertsteuer wird allerdings vorwiegend umgangssprachlich gebraucht.

Als Mehrwertsteuer bezeichnet man die Steuer, die für einen Kunden oder Dienstleistungsnehmer im Kaufpreis inkludiert wird und auf den Rechnungen separat ausgewiesen werden muss.

Gut zu wissen: Die Vorsteuer wird von Unternehmen bezahlt, wenn sie selber Waren und Dienstleistungen kaufen oder beanspruchen. Obwohl auf der Rechnung hier auch von der Umsatzsteuer die Rede sein kann, gilt diese aus der Sicht des Käufers als Vorsteuer, und kann von Unternehmen bei der Steuererklärung vom Finanzamt zurückgeholt werden.

Zusätzliche Unterstützung in der Krise

Neben der Mehrwertsteuersenkung gibt es weitere steuerliche Erleichterungen und finanzielle Hilfen für betroffene Betriebe. Wir haben alle Informationen zur Überbrückungshilfe III und den individuellen Hilfsprogrammen der einzelnen Bundesländer zusammengestellt.

Julie Mayrhofer

Content Manager

Als Content Manager bei ready2order dreht sich für Julie alles um den perfekten Text. Egal ob Blogposts, Reports oder Support-Artikel, sie textet sich die Finger wund. In ihrer Freizeit verschlingt sie Bücher und tobt sich gerne mit allerlei kreativen Hobbys aus.