Ertrag

Was bedeutet Ertrag? Der Ertrag ist der Wertzuwachs eines Betriebs innerhalb einer definierten Zeitspanne, meist ein Geschäftsjahr. Wichtig ist: Beim Berechnen des Ertrags geht es nicht nur um den baren Geldwert, sondern auch um den (erhöhten) Bestand an Erzeugnissen in einem Unternehmen. Es wird also nicht nur in die Kasse und aufs Konto geschaut, sondern unter anderem auch auf Deine Lagerbestände. Das Gegenteil von Ertrag ist der Aufwand.

Welche Erträge gibt es?

Die Leistungsrechnung erfasst systematisch die Zeit, Menge und Qualität, in der Dein Unternehmen Produkte oder Leistungen bereitstellt. Je nach Art und Herkunft werden hier verschiedene Erträge unterschieden. In der Betriebswirtschaftslehre werden dafür die folgenden Kategorien verwendet:

1) Betriebsbedingte Erträge

Ein betriebsbedingter Ertrag beschreibt den Wert einer Einnahme durch Deine betriebliche Tätigkeit – also den Verkauf von Leistungen oder Produkten. Dazu zählen etwa die Nettobeträge, die Du für Leistungen oder Waren konkret in Rechnung stellst.

2) Neutrale Erträge

Ein neutraler Ertrag stammt eindeutig nicht aus Deinem regulären Alltagsgeschäft, sondern entsteht durch außerordentliche oder betriebsfremde Geschäftsvorfälle. Dabei kann es sich etwa um Steuererstattungen oder Einnahmen aus Mieten, Anlagen und Wertpapieren handeln. Dabei wird der neutrale Ertrag in vier weitere Kategorien unterteilt, die wir nachfolgend erklären.

Ertragsart

Definition und Beispiel

  • Außerordentlicher Ertrag
  • Ungeplante und außerordentlich hohe Erträge
  • z. B. Versicherungsentschädigungen oder Entschädigungszahlungen aus Gerichtsverfahren
  • Betriebsfremder Ertrag
  • Ertrag aus nicht-betrieblichen Leistungen
  • z. B. Einnahmen aus Aktiengeschäften, Mieteinnahmen oder Pachteinnahmen von Grundstücken, die nicht zum Betrieb gehören
  • Bewertungsbedingter Ertrag
  • Zuschreibung: Hier findet eine Neubewertung eines Vermögensgegenstandes statt, weil sich dessen Buchwert erhöht hat.
  • z. B. nachträgliche Gebäudeerweiterungen
  • Periodenfremder Ertrag
  • Einnahmen, die in einer anderen Periode als dem betrachteten Zeitraum erwirtschaftet wurden
  • z. B. Versicherungsentschädigungen oder Aktienkursgewinne aus dem vorherigen Geschäftsjahr

Was ist der Unterschied zwischen Ertrag und Gewinn?

Der Ertrag ist nicht der Gewinn. Um den Gewinn zu ermitteln, müssen den Erträgen die gesamten Aufwendungen des Betriebs gegenübergestellt werden. 

Um diesen Unterschied genauer zu beschreiben, müssen wir drei Begriffe verstehen:

  • Der Ertrag ist der betriebliche Zuwachs in Geldwert und Erzeugnissen.
  • Das Gegenteil des Ertrags ist die Aufwendung: Denn um einen Ertrag zu erzielen, muss das Unternehmen Geld aufwenden, sprich: Aufwand betreiben.
  • Zieht man vom Ertrag sämtliche Aufwendungen ab, ergibt sich der Gewinn.

Die Berechnung dafür lautet:

Gesamte Erträge - gesamte Aufwendungen 

  • Ertrag größer als Aufwendungen = Der errechnete Wert ist positiv, also hat das Unternehmen Gewinn erzielt.
  • Ertrag kleiner als Aufwendungen = Der errechnete Wert ist negativ, also hat das Unternehmen Verlust gemacht.

Mit Aufwendungen und Erträgen wird auch in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV), gerechnet: So lässt sich berechnen, ob das betrachtete Geschäftsjahr für einen Betrieb erfolgreich abgeschlossen wurde oder nicht.

Was ist der Unterschied von Einzahlung, Einnahme und Ertrag?

Durch Einzahlungen wächst das Barvermögen, durch Einnahmen wächst das Geldvermögen, während Erträge das gesamte Reinvermögen des Unternehmens steigern. Zur Erklärung:

  • Barvermögen: Bestand an Bargeld und Bankguthaben = Liquide Mittel
  • Geldvermögen: Liquide Mittel + Forderungen - Verbindlichkeiten
  • Sachvermögen: Wertansätze der Vermögensgegenstände
  • Reinvermögen: Geldvermögen + Sachvermögen

Anders gesagt: Nicht jede Einzahlung ist eine Einnahme und nicht jede Einnahme ist auch ein Ertrag.

Zusatzwissen: Ertrag in VWL und BWL

Um richtig über den Ertrag sprechen zu können, solltest Du auf den unterschiedlichen Kontext im Bereich Volkswirtschaftslehre (VWL) und Betriebswirtschaftslehre (BWL) achten. Im Geschäftsalltag geht es meist um die betriebswirtschaftliche Ansicht, die den Ertrag als Zuwachs durch Erzeugnisse beschreibt.

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