Die österreichische Bundesregierung hat bei ihrer jüngsten Klausur beschlossen, die Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel ab Juli 2026 von derzeit 10% auf 4,9% zu senken, also quasi zu halbieren. Damit will die Regierung der anhaltend hohen Inflation und damit verbundenen Alltagskosten für Konsumenten entgegenwirken. Gleichzeitig soll der eingeschlagene Budget- und Sanierungspfad konsequent fortgesetzt werden. Damit fügt sich die Maßnahme in eine Reihe bereits umgesetzter Entlastungsschritte bei Energie und Wohnen ein.
Die neue Regelung gilt für folgende Produktkategorien und Produkte:
1) Milch, Milcherzeugnisse und Eier
2) Gemüse (frisch und gekühlt)
3) Obst
4) Getreide, Müllereierzeugnisse und Backwaren
5) Speisesalz
Die Maßnahme wird vollständig durch neue Abgaben auf nicht-recycelbares Plastik und Pakete aus Nicht-EU-Ländern gegenfinanziert.
Im Rahmen des Pakets wurde außerdem vereinbart, dass die Bundeswettbewerbsbehörde gestärkt werden soll. Ziel ist hier nicht, Unternehmen zu „überwachen“ oder zu bevormunden, sondern mehr Transparenz in der Preisbildung zu schaffen: Wenn sich der Mehrwertsteuersatz ändert, ist es wichtig zu erkennen, wie sich das auf Margen und Endpreise auswirkt. Das gilt für die gesamte Wertschöpfungskette, nicht nur für den Handel.
Eine stärkere Marktbeobachtung soll helfen, klarer zu sehen, wie Preis- und Margenentwicklungen zusammenspielen, damit die Entlastung auch bei den Konsumenten ankommt und nicht nur statistisch existiert.
Lisa Ribar-Viehböck
Content & Social Media Manager
Lisa ist immer auf der Suche nach der nächsten spannenden Geschichte: Sie erzählt aus dem Kassenalltag von kleinen Unternehmern, damit Fragen aus Gastro, Einzelhandel und Dienstleistung einfach praxisnah geklärt werden.
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