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FAQ: So geht Bezahlung per Smartphone

Sabine Amler
Von Sabine Amler | Zuletzt aktualisiert: 3.18.2022
Kundin zahlt mit dem Smartphone

Seit 2015 brauchen Smartphone-Nutzer:innen ihr geliebtes Handy auch an der Kasse nicht mehr aus der Hand legen: Seitdem besteht die Möglichkeit, Einkäufe oder Rechnungen kontaktlos per App zu bezahlen – vorausgesetzt, die Zahlart wird angeboten. Gerade in Coronazeiten ist hier das Interesse noch einmal gestiegen. Warum Du als Unternehmer:in diese Option offerieren solltest, was Du dabei beachten musst und wie Du Bedenken Deiner Kunden ausräumst, haben wir hier in den häufigsten Fragen und Antworten für Dich zusammengefasst. 

Welche Möglichkeiten zur Zahlung per Handy gibt es?

Welche App zum mobilen Bezahlen genutzt wird, hängt vom Hersteller des genutzten Telefons ab. Wer ein Apple iPhone benutzt, hat Apple Pay zur Verfügung – bei Android-Geräten ist in der Regel Google Pay die App der Wahl. 

Wer nutzt Zahl-Apps? 

Laut statista besitzen im Jahr 2021 88,8% der Deutschen ein Smartphone. Laut einer weiteren statista-Studie nutzen besonders jüngere Nutzer:innen Apps für die unterschiedlichsten Zwecke – und damit potenziell auch für die Zahlung. Wenn Deine Zielgruppe also zu den 14–29jährigen gehört, solltest Du diese app-basierte Zahlart unbedingt anbieten. Doch auch die älteren Nutzer:innen holen hier auf.

Welche Vorteile bietet mobiles Bezahlen für Unternehmer:innen?

Das Bezahlen mit dem Handy hat sowohl für Kundinnen und Kunden als auch für Unternehmer:innen einige große Vorteile:

  • Bezahlen mit dem Handy spart Aufwand und geht schnell: Laut einer Studie der Deutschen Bundesbank dauert ein Bezahlvorgang mit Bargeld im Durchschnitt rund 22 Sekunden. Die kontaktlose Zahlung dauert dagegen nur etwa 14 Sekunden. Während das Portemonnaie oft erst in der Handtasche gesucht wird, ist das Handy bei vielen Menschen zudem griffbereit – auch das verkürzt Wartezeiten.
  • Kontaktloses Bezahlen ist hygienisch: Obwohl Bargeld nicht so schmutzig ist wie sein Ruf, gibt es gerade in Coronazeiten Gründe, warum Deine Kunden jetzt kontaktlos bezahlen wollen
  • Bezahlen mit dem Handy sorgt für mehr Umsatz: Smartphones gehören zum modernen Zeitgeist und so erwarten gerade junge Käufer:innen oft, dass sie auch mobil bezahlen können. Plus: Je mehr Zahlarten Du anbieten kannst, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Dir ein Kauf wegen “Zahlungsunfähigkeit” entgeht.

Wie funktionieren Zahl-Apps auf dem Smartphone?

Zahlungen per Smartphone funktionieren über NFC, also über die sogenannte “Nahfeldkommunikation”, die drahtlose Datenübertragung ermöglicht. Dabei werden Zahlungen per App, ohne Kontakt zum Kartenterminal und ohne sichtbaren Datenaustausch durchgeführt: Abgebucht werden die Zahlungen vom verbundenen Bankkonto.

Technisch gesehen verhält sich die Zahlung per App ähnlich der kontaktlosen Zahlung per Bankkarte: Um mit dem Handy zu bezahlen, muss ein NFC-fähiges Smartphone vorhanden sein. Auf diesem muss die entsprechende App heruntergeladen und mit einer NFC-fähigen Debit- oder Kreditkarte verbunden sein. Auf Händlerseite muss zudem ein NFC-fähiges Kartenterminal vorhanden sein, welches die Handysignale über kurze Entfernung empfangen kann.

Wie sieht der Bezahlvorgang mit dem Handy aus?

Im Wesentlichen findet die Bezahlung in drei einfachen Schritten statt:

  1. Starte wie gewohnt den Bezahlvorgang in Deiner Kassenoberfläche.
  2. Um die Zahlung zu starten, halten Käufer:innen oder Gäste ihr Smartphone flach in etwa 3–4 Zentimetern Entfernung vor das Kartenterminal.
  3. Um die Zahlung zu bestätigen, folgen Nutzer:innen den Anweisungen auf dem Display des Smartphones. Hier kann es sich um Anweisungen zur PIN-Eingabe, Fingerabdruck oder Gesichtserkennung handeln.

Nachfolgend bestätigt die App die Zahlung – oder meldet Abbruch. Falls die Zahlung nicht geklappt haben sollte, muss der Vorgang wiederholt werden. 

Wie kann ich mobile Zahlungen annehmen?

Um mobile Zahlungen anzunehmen, brauchst Du ein NFC-fähiges Kartenterminal. Dazu gehören etwa das von ready2order angebotene Lesegerät von SumUp oder unseren mobiler Allrounder readyGo

Welche Voraussetzungen muss ein Smartphone für mobiles Bezahlen erfüllen?

Nicht jedes Handy kann mobile Zahlungen durchführen. Voraussetzung ist, dass es sich um ein Smartphone mit eingebautem NFC-Chip handelt – dieser gehört bei modernen Handys allerdings zur Standardausstattung. 

  • Apple-Modelle haben seit dem Modell iPhone 6 serienmäßig einen NFC-Chip
  • Android-Geräte führen unter “Systemeinstellungen” und dort unter “Verbindungen” auf, ob die Option “NFC und Zahlung” vorhanden ist. 

Außerdem sollte der Akku des Mobilgeräts ausreichend geladen sein und eine Verbindung mit dem Internet bestehen. Bei geringem Akku stellt sich die Funktion “Mobile Daten” gelegentlich ab und ohne Internet ist keine mobile Zahlung möglich.  

Um Apple Pay oder Google Pay zu nutzen, muss die entsprechende App heruntergeladen und mit der Bankkarte des Kunden oder Gasts verbunden sein:

So wird die Bankkarte mit Apple Pay verbunden:

  • App öffnen.
  • Auf das “+”-Symbol tippen.
  • Karte laut der Anweisung scannen oder Kartendaten eintragen.
  • Überprüfung der Daten und Bestätigung der Verbindung durch die Bank abwarten. 

So wird die Bankkarte mit Google Pay verbunden:

  • App öffnen.
  • Google-Pay-Konto auswählen.
  • Zahlungsmethode hinzufügen. 
  • Mit der Kamera die Kartendaten aufnehmen oder manuell eingeben und ggf. den Bestätigungscode hinzufügen.
  • Prüfung durch Google Pay abwarten: Karte und Konto werden geprüft, in dem vorübergehend ein geringer Betrag abgebucht wird.

Was solltest Du als Unternehmer:in beachten?

Es klingt fast zu einfach: Abgesehen von kompatiblen Kartenlesegeräten musst Du eigentlich nur wissen, wie mobile Zahlweisen funktionieren – und auch Deine Mitarbeiter:innen entsprechend schulen. Sie müssen wissen, ob Bezahlung mit dem Handy angeboten wird, um es einerseits anbieten und andererseits problemlos durchführen zu können. 

Wenn Deine Angestellten sofort verstehen, wenn ein Gast kontaktlos zahlen möchte und nicht erst nachfragen müssen, ist das ein dicker Pluspunkt für die Kundenzufriedenheit. 

Denn so beweist Du ganz nebenbei, dass Du alles tust, um es Deinen Kundinnen und Kunden so bequem wie möglich zu machen.

Wie sicher ist Bezahlen mit dem Handy?

Eine Frage, die Du als Unternehmer:in sicher öfter gestellt bekommst, dürfte folgende sein: “Ist das auch sicher?” Zum Glück gibt es darauf eine eindeutige Antwort. Denn laut Verbraucherzentrale gilt die mobile Zahlung als sicher, und das aus folgenden Gründen:

  • Bei Zahlung per Apple Pay und Google Pay werden statt konkreter Daten sogenannte “Tokens” übertragen, bei denen es sich um zufällig generierte Zahlenfolgen handelt, mit denen potenzielle Datendiebe rein gar nichts anfangen können. Darüber hinaus müssen Nutzer:innen die Zahlung per Fingerabdruck oder Face-ID verifizieren.
  • Da die Kartendaten nicht angezeigt werden oder auf sonstigem Weg ins Blickfeld anderer geraten, ist die Zahlung also sogar sicherer als die traditionelle Kartenzahlung. 
  • Auch bei gestohlenen Smartphones, können Diebe die Bezahlfunktion nicht ohne Weiteres nutzen, solange die Displaysperre tätig ist. 
  • Auch eine “versehentliche Zahlung” ist demnach nicht möglich: Ohne vorschriftsmäßige Handlung kann keine Zahlung stattfinden. Wenn ein Smartphone nur per Passwort, Gesichtserkennung, Fingerabdruck o. Ä. entsperrt werden kann, kann es also nicht zur Zahlung kommen.  

Vorsicht ist allerdings beim Verdacht auf Schadsoftware geboten: Nutzer:innen von Apple Pay oder Google Pay sollten ihr Smartphone regelmäßig auf Viren prüfen – und im Fall der Fälle ihre Karte aus der Zahl-App löschen und darüber hinaus sperren lassen.

Welche Gebühren fallen an?

Für Nutzer:innen ist die Zahlung per Smartphone in der Regel kostenlos.

Für Händler:innen, die entsprechende Zahlungen entgegennehmen möchten, hängen die Gebühren vom Anbieter des Kartenterminals bzw. von den App-Betreibern ab. 

Bei Apple Pay und Google Pay richten sich die Transaktionsgebühren nach dem Zahlmittel, das in der App hinterlegt ist. 

Kann ich die Bargeldzahlung jetzt abschaffen?

Nein, das würden wir nicht empfehlen. Auch wenn eine jüngere Zielgruppe sich sicher über moderne Optionen freut, greifen doch viele Kunden und Kundinnen immer noch zu Bargeld.

Das Thema Bargeldzahlung – Wahre Werte zwischen Tradition & Moderne ist also noch nicht zu vernachlässigen. Ebenso wichtig in Zeiten von Corona ist die Bargeld-Hygiene: Was muss ich beachten? Und wenn Du Dich rundum absichern willst, beraten wir Dich auch zum Bereich Falschgeld: Wie erkenne ich es und worauf muss ich achten?

Sabine Amler

Sabine Amler

Senior Content Manager

Als gelernte Buchhändlerin kennt Sabine beide Seiten der Ladentheke. Bei ready2order kümmert sie sich im Bereich SEO und Marketing vor allem um Online-Inhalte wie Blog und Lexikon. 

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