Steueridentifikationsnummer

Synonym: Steuerliche Identifikationsnummer, Steuer-ID, IdNr., Steuer-IdNr.

Was ist die Steueridentifikationsnummer? Die Steueridentifikationsnummer ist eine elfstellige Zahlenfolge, die jeder Person mit Hauptwohnsitz (oder mit einer im deutschen Melderegister verzeichneten alleinigen Wohnung) seitens des Bundeszentralamts für Steuern (BZSt) vergeben wird. Personen, die zwar nicht melderechtlich erfasst, in Deutschland aber trotzdem steuerpflichtig sind, erhalten ebenfalls eine Steueridentifikationsnummer. Die Nummer enthält keinerlei Informationen über die jeweilige Person oder das für die Person zuständige Finanzamt.

Wichtig: Die Steueridentifikationsnummer ist nicht die Steuernummer (St.-Nr.), welche vom Finanzamt an jede natürliche oder juristische Person vergeben wird. 

Eine Nummer, ein Plan: Die Steueridentifikationsnummer

Die Steueridentifikationsnummer wurde – treu nach Vorbild der Besteuerungsverfahren vieler Nachbarstaaten in der Europäischen Union – von der deutschen Bundesregierung eingeführt, um das deutsche Steuersystem zu modernisieren und zu vereinfachen. Ziel war insbesondere eine dauerhaft gültige und nachweisbare Zuordnungsmöglichkeit in Steuerbelangen zu schaffen. So bleibt die steuerliche Identifikationsnummer immer gleich – auch nach Umzügen (selbst von einem Bundesland ins andere), Namensänderungen (wie nach einer Heirat beispielsweise), Änderungen des Personenstandes oder nach datenbasierten Umstrukturierungen in Finanzämtern: Mit der Steueridentifikationsnummer lassen sich steuerrelevante Informationen immer der richtigen Person zuordnen.

Wo finde ich meine Steueridentifikationsnummer?

Die einfache Antwort? In einem Brief vom Bundeszentralamt für Steuern; diese teilt seit 2008 jeder in Deutschland gemeldeten Person ihre individuelle Steueridentifikationsnummer per Post mit. Die Zustellung der steuerlichen Identifikationsnummer per Brief geschieht übrigens aufgrund von datenschutzrechtlichen Gründen. Neugeborene Kinder erhalten ihre Nummer in der Regel sogar schon innerhalb von drei Monaten nach der Geburt.

Ich kann die Steueridentifikationsnummer trotzdem nicht finden

Das passiert den Besten von uns, keine Sorge. Du findest die steuerliche Identifikationsnummer auf dem Einkommenssteuerbescheid oder der Lohnsteuerbescheinigung. Sind diese Unterlagen gerade nicht zur Hand, lassen sie sich kurz und schmerzlos über das Eingabeformular des Bundeszentralamts für Steuern oder per Brief anfordern.

Wichtig: Der Versand der Steueridentifikationsnummer an eine Adresse, die nicht mit der Meldeanschrift deckungsgleich ist, kann nur durch eine schriftliche Vollmacht erfolgen; diese muss ebenfalls postalisch vorliegen sowie eine Kopie Deines Personalausweises beinhalten.

Der Datenzugriff auf die Steueridentifikationsnummer

Die steuerliche Identifikationsnummer ist ausschließlich auf den Bereich der Finanzverwaltung beschränkt. Benötigt eine Stelle die Steueridentifikationsnummer – beispielsweise um eine Steuerbescheinigung abzusenden –, wird Dich diese Stelle direkt anschreiben und um eine postalische Mitteilung der Steueridentifikationsnummer bitten. Alle Daten, die beim Bundeszentralamt für Steuern gespeichert sind, unterliegen nach § 139b Abs. 4 und 5 AO einer strengen Zweckbindung, welche eine anderweitige Verwendung dieser Daten verbietet.

Von welchen Daten ist hier die Rede?

Bei den Daten, die vom Bundeszentralamt für Steuern gespeichert werden, handelt es sich um Stammdaten, die nicht nur für den Besteuerungszeitraum bzw. Besteuerungszeitpunkt von Bedeutung sind. Oder mit anderen Worten: Die steuerpflichtige Person muss nach § 47 AO so lange eindeutig identifizierbar sein, wie für sie Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis bestehen.

Wie lange werden diese Daten gespeichert?

Die Daten bleiben solange gespeichert, bis sie seitens der Finanzbehörden nicht mehr zur weiteren – und gesetzlich vorgeschriebenen (Weiter-)Verarbeitung benötigt werden. Dabei handelt es sich zwar nicht um einen unbegrenzten zeitlichen Rahmen, aber die Löschung kann durchaus eine Weile auf sich warten lassen. Im schlimmsten Fall 20 Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, in welchem die steuerpflichtige Person verstorben ist. Der Grund dafür ist, wenn auch ein wenig morbide, so doch insofern nachvollziehbar, als dass auch nach dem Tod einer steuerpflichtigen Person noch offene Forderungen seitens der Finanzbehörden bestehen können, welche von Erben oder Gesamtrechtsnachfolger:innen zu erfüllen bzw. aufzulösen sind. Und so ein Besteuerungsverfahren kann im Zweifelsfall ein wenig dauern.

Wichtig: Eine Löschung der Daten zu einem bestimmten Stichtag und insbesondere nach Beendigung der Steuerpflicht ist nicht möglich.

Die Steueridentifikationsnummer und die EU

Generell gilt: Eine einheitliche Identifikationsmöglichkeit für steuerliche Zwecke ist in vielen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union längst geschaffen worden; damit folgt die EU den Empfehlungen der OECD, die sich in der Vergangenheit für die Taxpayer Identification Number (TIN) ausgesprochen hatte. Auf internationaler Ebene erleichtert die Steueridentifikationsnummer somit den Informationsaustausch und Verwaltungsvollzug. Wird die Steueridentifikationsnummer in steuerlichen Angelegenheiten verwendet, kann auf die Übermittlung von Name, Adresse, Geburtsort und Geburtsdatum zwischen Deutschland und weiteren europäischen Staaten verzichtet werden.

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