Die Registrierkassenpflicht. alles was Sie wissen müssen.

Was ist die Registrierkassenpflicht?

Die Registrierkassenpflicht ist eine Regelung in Österreich, die festlegt, dass alle Unternehmen, deren Nettojahresumsatz € 15.000,- und hiervon der Barumsatz (Bar, Kreditkarte, Gutschein, …) € 7.500,- überschreitet, ein elektronisches Aufzeichnungssystem (Registrierkasse) zur Einzelerfassung der Barumsätze verwenden müssen.

Welche Regelungen zur Einzelauffassung der Barumsätze gibt es?

  • Registrierkassenpflicht; gültig seit 01. Jänner 2016
  • Belegerteilungspflicht; gültig seit 01. Mai 2016
  • Registrierkassensicherheitsverordnung (RKSV); gültig ab 01. April 2017

Bin ich von der Registrierkassenpflicht betroffen?

In den allermeisten Fällen lautet die Antwort: Ja; Unternehmen haben zur Einzelerfassung der Barumsätze zwingend ein elektronisches Aufzeichnungssystem (Registrierkasse) zu verwenden, wenn der Nettojahresumsatz € 15.000,-  beträgt und hiervon der Barumsatz (anfallend durch Zahlungen in bar, mit Karten oder Gutscheinen) € 7.500,- überschreitet. Andere Kriterien, ob jemand registrierkassenpflichtig ist, gelten bei der "Kalte-Hände-Regelung".

Was ist die "Kalte-Hände-Regelung"?

Wenn der Geschäftsbetrieb auf öffentlichen Orten stattfindet und der jährliche Umsatz unter € 30.000,- liegt, entfällt die Registrierkassenpflicht.

Welche Ausnahmen gelten für mobile Gruppen?

Sogenannte "mobile Gruppen" erbringen ihre Leistungen außerhalb ihrer Betriebsstätten. Das können beispielsweise Friseure, Reiseleiter, FremdenführeriInnen oder MasseurInnen sein. Mobile Gruppen müssen Beleg und Durchschrift ausstellen, jedoch darf die elektronische Erfassung im Kassensystem nachträglich im Betriebsort durchgeführt werden.

Bin ich von der Belegerteilungspflicht betroffen?

Für jeden Betrieb besteht die Verpflichtung, bei Barzahlungen einen Papierbeleg auszuhändigen oder einen elektronischen Beleg zur Verfügung zu stellen.

Jeder Beleg muss folgenden Inhalt aufweisen:

  • Name des Unternehmens
  • fortlaufende Nummer für die zur Identifizierung des Rechnungsumsatzes
  • Tag der Belegausstellung
  • Menge und handelsübliche Bezeichnung der Ware bzw. der Dienstleistung
  • Betrag der Barzahlung
  • spätestens ab 01. April 2017 bei Verwendung von elektronischen Kassen mit Sicherheitseinrichtung: Kassenidentifikationsnummer, Datum und Uhrzeit der Belegausstellung, Betrag der Barzahlung nach Steuersätzen getrennt, maschinenlesbarer Code (OCR-, Bar- oder QR-Code)

 

Welche Änderungen der Registrierkassenpflicht passieren 2017?

Mit 01. Jänner 2017 tritt der Manipulationsschutz in Kraft, d.h. jede Registrierkasse ist mit einer technischen Sicherheitslösung gegen Manipulationen zu schützen. Dabei müssen alle Rechnungen elektronisch signiert und ein Text- oder QR-Code auf dem Beleg angebracht werden.

Die Kalte-Hände-Regelung bleibt in ihrer bisherigen Form erhalten, wird aber auf 30.000 € Jahresumsatz für den Gesamtbetrieb begrenzt.

Mobile Gruppen, die nicht unter die Kalte-Hände-Regelung fallen (z.B. mobile Friseure, Masseure, Hebammen, Schneider, Tierärzte etc.), können ihre mobilen Umsätze mittels Paragon (Papierbeleg mit Durchschlag) aufzeichnen und diese nach Rückkehr an die Betriebsstätte in der Registrierkasse nacherfassen. Durch Mobile Systeme wird dies jedoch wesentlich vereinfacht.