Neue Gesetzgebung in Deutschland: Für manipulationssichere Kassen

In den letzten Tagen kamen immer wieder Meldungen, dass das Gesetz zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen verschärft werden soll. Welche Änderungen ab wann auf Sie zukommen, haben wir im folgenden Artikel zusammengestellt.

Was ändert sich 2017?

Konkret bedeutet das, dass ab 2017 sämtliche Vorgänge einer Registrierkasse lückenlos aufgezeichnet werden müssen. Grundaufzeichnungen der Kassensysteme sind damit einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet auf einem Speichermedium gesichert. Alle Aufzeichnungen müssen dann für zehn Jahre ohne Möglichkeit einer nachträglichen Änderung gespeichert werden. Auch sämtliche Bedienungsanleitungen, Handbücher und Wartungsprotokolle müssen über diesen Zeitraum aufbewahrt werden. Elektronische Registrierkassen, die nicht für Einzelaufzeichnungen geeignet sind, sollten bis Anfang 2017 ersetzt oder angepasst werden.  Ausnahmen stellen hier offene Ladenkassen dar. Hier sind tägliche Kassenberichte unerlässlich und Kassenzählprotokolle dringend empfehlenswert. Unternehmer, sollten sich also so schnell wie möglich informieren, ob und wie ihr Kassensystem aufgerüstet werden kann. Verstöße werden schon ab 2017 mit Bußgelder bis 5.000 Euro geahndet.

Belegpflicht

Eine weitere Verschärfung besteht darin, dass bei Einsatz einer elektronischen Registrierkasse eine Belegausgabepflicht besteht. Elektronische Kassen müssen demnach künftig imstande sein, Bons auszugeben. Die Belegerteilungspflicht gilt jedoch erst ab 2020 und bedeutet, dass für jeden einzelnen Geschäftsvorfall elektronisch oder in Papierform ein Beleg ausgestellt werden muss. Auch hier gilt diese Auflage für offene Ladenkassen nicht.

Finanzamtmeldung

Neu ist auch, dass Registrierkassensysteme nun auch beim Finanzamt angemeldet werden müssen. Durch die Meldepflicht gelten künftig Zweitkassen, die nicht gemeldet sind, als Straftatbestand. Unternehmen müssen innerhalb eines Monats nach Anschaffung oder Außerbetriebnahme des elektronischen Kassensystems eine Mitteilung nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck machen. Hierbei sind diverse Parameter, wie z. B. Name und Steuernummer des Unternehmers, Art der Sicherheitseinrichtung und des Aufzeichnungssystems, Anzahl der verwendeten Systeme und deren Seriennummern sowie Datum der Anschaffung/Außerbetriebnahme mitzuteilen.

Kassennachschau

Früher als 2020 wird die Kassennachschau eingeführt werden. Finanzämter können schon ab 2018 unangemeldet Kassenkontrollen durchführen, das bedeutet, dass auch während der Geschäftszeiten vor Ort die Kassenaufzeichnungen geprüft werden können. Wenn der Finanzbeamte einen Anlass zu Beanstandung der Kassenaufzeichnungen, -buchungen oder der technischen Sicherheitseinrichtung findet, kann auch ohne vorherige Prüfungsanordnung eine Außenprüfung vorgenommen werden. Oder liegen die Prüfunterlagen beim Steuerpflichtigen nicht vor, kann die Kassennachschau auch beim Steuerberater oder anderen Personen vorgenommen werden. Dies erfolgt jedoch mit vorheriger Anmeldung.

Sicherheitseinrichtung

Bis 2020 müssen Registrierkassen durch eine zertifizierte Sicherheitseinrichtung geschützt werden, sodass eine Löschung von Umsätzen nicht mehr möglich ist. Es gibt allerdings eine Übergangsregelung für Unternehmen, die sich nach dem 26. November 2010 ein Kassensystem angeschafft haben, aber dieses nicht entsprechend aufrüsten können. Diese Kassen können längstens bis zum 31. Dezember 2022 genutzt werden. Die eingesetzten elektronischen Aufzeichnungssysteme und die zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung müssen dem Finanzamt bis zu diesem Zeitpunkt mitgeteilt sein. Bei Verstößen gegen das Gesetz drohen Bußgelder bis zu 25.000 Euro.

Die Anschaffung einer Registrierkasse oder eines Kassensystems sollte vorausschauend geschehen, damit Sie auch bei erneuten gesetzlichen Änderungen und Verschärfungen auf der sicheren Seite sind. ready2order bietet Ihnen die höchsten Sicherheitsstandards sowie automatische und kostenlose Aktualisierungen an. Bei Fragen können Sie sich unter 0800 72 24 555 gern an uns wenden oder weitere Informationen zur Gesetzeslage in Österreich erfahren: www.ready2order.com

Kommentar schreiben

E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht