10 Fragen zur Registrierkassenpflicht

Registrierkassenpflicht erfüllen

Geben wir es zu, auf die Registrierkassenpflicht haben sich nicht viele gefreut. Für viele stellt sie einen weiteren arbeitsintensiven Mehraufwand dar, der viel Zeit und Nerven kostet. Wir sind der Registrierkassenpflicht in 10 Fragen auf den Grund gegangen und helfen Ihnen dabei die Registrierkassenpflicht 2016 zu erfüllen.

1. Was ist eine Registrierkasse?

Eine Registrierkasse ist ein elektronisches Aufzeichnungssystem, das zur Losermittlung und Dokumentation einzelner Bareinnahmen eingesetzt wird. Serverbasierte Aufzeichnungssysteme, Taxameter mit Kassenfunktionen und Waagen können als solche dienen.

2. Wann wurde die Registrierkassenpflicht eingeführt?

Seit 01. Jänner 2016 ist die Registrierkassenpflicht in Österreich angekommen, wobei der VfGH die Registrierkassenpflicht schlussendlich auf den 01.05.2016 verschoben hat.

3. Was muss eine Registrierkasse erfüllen?

Jede Registrierkasse muss ein Datenerfassungsprotokoll (Kassenjournal) verfügen. Sie kann mit einer oder mehreren Eingabestationen verbunden sein und muss ab dem 01.04.2017 auf eine Signaturerstellungseinheit zugreifen. Diese Einheit muss einem Unternehmer zugeordnetes Zertifikat besitzen.

Diese Signierung dient als Unveränderbarkeitssicherung der Aufzeichnungen.

4. Für wen gilt die Registrierkassenpflicht in Österreich?

Die Registrierkassenpflicht gilt für Unternehmer und Betriebe mit einem netto Jahresumsatz von 15.000 € und netto Barumsätzen von über 7.500 € im Kalenderjahr.

Beide Umsatzgrenzen müssen überschritten werden, damit diese Kassenpflicht eintritt. Entscheidend ist der Zeitpunkt der Barzahlung und nicht, wann die Lieferung oder sonstige Leistung erbracht wurde.

Eine Anzahlung für eine noch nicht erbrachte Leistung oder eine nachträgliche Barzahlung müssen ebenfalls elektronisch erfasst werden.

5. Was muss auf einem Beleg vorhanden sein?

Damit ein Kassenbon die Belegerteilungspflicht erfüllt, müssen folgende Punkte auf dem Beleg vorhanden sein:

  • Unternehmensbezeichnung
  • Fortlaufende Nummer
  • Tag der Belegausstellung
  • Betrag der Barzahlung errechenbar
  • Symbol oder Schlüsselzahl
  • Durchschnitt / Zweitschrift
  • Menge & Handelsübliche Bezeichnung

Die Verwendung von allgemeinen Sammelbegriffen oder Gattungsbezeichnungen wie zB. Speisen / Getränke, Obst, Lebensmittel, Textil- & Reinigungs- oder Putzmittel, Büromaterial, Eisenwaren, Bekleidung, Wäsche, Werkzeuge, usw. sind nicht zulässig. Die Bezeichnung muss so gewählt sein, dass Waren und Dienstleistungen identifiziert werden.

6. Was passiert, wenn man keine Registrierkasse nutzt?

Wer keine Registrierkasse nutzt oder wessen Registrierkasse ab 2017 nicht über die technische Sicherheitseinrichtung verfügt, kann mit bis zu  5.000 € Strafe rechnen.

7. Welche Ausnahmen gibt es?

Es gibt Ausnahmen von der Registrierkassenpflicht, wie die „Kalte-Händeregelung“. Diese betrifft Jahresumsätze bis zu 30.000€. Eine weitere Erleichterung gibt es für mobile Dienstlesiter, die ihren Service direkt beim Kunden ausführen. Hier muss der  entsprechende Barumsatz erst bei der Rückkehr in den Betrieb mit der Registrierkasse erfasst werden. Weitere Ausnahmen für die Belegerteilungspflicht finden Sie hier.

8. Wer ist davon befreit?

  • Maronibrater oder Christbaumverkäufer
  • Feuerwehr- und Vereinsfeste
  • Automaten bis zu einem Einzelumsatz von 20 EUR, wie Zigarettenautomaten, Tischfußballautomaten, Wuzzler, Musikautomaten, Jukeboxes, Münzprägeautomaten
  • Onlineshop, da es keine Barzahlungen gibt

Die Registrierkassenpflicht setzt Unternehmer in Österreich unter Druck.

9. Was kostet eine Registrierkasse?

Die Kosten für die Anschaffung bzw. Umrüstung einer einfachen Registrierkasse mit entsprechendem Sicherheitssystem kann sehr teuer werden.

Es gibt jedoch auch kostengünstige Möglichkeiten, bei der man vorhandene Geräte, wie zum Beispiel Laptops und Tablets nutzen kann, indem man eine geeignete Kassensoftware installiert. Ein Drucker muss trotzdem angeschlossen werden um der Kassenpflicht zu entsprechen. Was Sie beim Kauf einer Registrierkasse beachten müssen, finden Sie hier kompakt auf einem Blick.

10. Wie ist die Lage in Deutschland?

In Deutschland ist seit 1.1.2017 die Übergangsfrist vorbei. Wer jetzt noch eine Kassa hat, die nicht den “Kassenrichtilinien 2010” bzw. der GoBD entspricht, muss zahlen. Damit Ihnen das nicht passiert, haben wir in unserem Kassencheck für die Registrierkasse 2017, die wichtigsten Fakten und Anforderungen zusammengefasst.

11. Gibt es Förderungen für die Anschaffungskosten?

Als Unterstützung zur Finanzierung der vorgeschriebenen Systeme ist eine beim Finanzamt beantragbare Prämie in Höhe von 200€ pro Kassensystem vorgesehen. Die Prämie kann bei der jeweiligen Steuererklärung geltend gemacht werden.

Diese wird anschließend beim Abgabenkonto gutgeschrieben und stellt keine Betriebseinnahme dar und ist dementsprechend steuerfrei.

Sie wollen Ihren Betrieb für die Registrierkasesnpflicht und alle zukünftigen Gesetze vorbereiten? Dann melde Sie sich bei uns! Unser Team erreichen Sie unter der kostenlosen Service Hotline 0800 72 24 555.  Mehr Infos unter www.ready2order.com.

Weitere Informationen zur Registrierkassenpflicht finden Sie auf der Seite der WKO.

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